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BeitragVerfasst: Fr, 12 Jun, 2015 10:54 
Hallo :wink:
Da ich mich in meiner Bachelorarbeit damit beschäftige, wie Englischunterricht in verschiedenen Ländern umgesetzt wird, möchte ich auch einige Schulbücher vergleichen. Daher meine Frage: Kann mir jemand sagen, welche Bücher im Englischunterricht in Schweden eingesetzt werden (in der lower secondary education, also Unterstufe)? Interessant wäre natürlich auch ob früher (vor 20-30 Jahren) andere Bücher verwendet wurden?
Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand weiterhelfen könnte und mir ein paar Namen von Büchern nennen könnte :YYAY:

Liebe Grüße
Daisy


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BeitragVerfasst: Fr, 12 Jun, 2015 21:36 
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Beiträge: 3966
daisyduck1 hat geschrieben:
Daher meine Frage: Kann mir jemand sagen, welche Bücher im Englischunterricht in Schweden eingesetzt werden (in der lower secondary education, also Unterstufe)?

Meine Tochter hat in der Klasse 7 ein Buch, das heisst Grammar lab nr 7:
http://www.amazon.com/The-Grammar-Lab-1 ... 019433015X

//M

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„Drei Dinge sind unwiederbringlich: der vom Bogen abgeschossene Pfeil, das in Eile gesprochene Wort und die verpaßte Gelegenheit.“
ʿAlī ibn Abī Tālib


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BeitragVerfasst: Fr, 12 Jun, 2015 23:42 
Hej!

In Schweden gibt es nicht (wie ich das aus Bad.-Württ. kenne) "zugelassene" Schulbücher, d.h. Bücher, die von einer Schulbehörde abgesegnet sind, sondern jeder Verlag kann Bücher herausgeben, jede Schule/ Lehrer entscheidet, mit welchen Büchern sie arbeiten will.

Möglich ist das u.A. dadurch, dass die Lehrpläne sehr viel schwammiger formuliert sind als in Deutschland und jeweils für mehrere Jahrgänge gelten. Da steht dann in den Fremdsprachen nicht "Klasse soundsoviel: Die Bildung der Vergangenheit" sondern eher in der Art "Klasse 7-9": Der Schüler soll lernen, einfache fremdsprachliche Texte aus dem Alltagsgeschehen zu verstehen (z.B. in Spanisch). Als Lehrer hat man da sehr viel Spielraum. Wenn man nicht will, muss man gar kein Buch benutzen, bzw. kann einzelne Kapitel aus verschiedenen Büchern behandeln. (Nebenbemerkung: dadurch hängt der Unterrichtserfolg noch viel mehr vom Lehrer ab. Ich habe selbst an einer Schule gearbeitet und Extrembeispiele in beide Richtungen gesehen).

Hier ist eine Seite mit üblichen Lehrbüchern https://www.liber.se/grundskola/grundsk ... /engelska/ für die Kleineren und
https://www.liber.se/Grundskola/Grundsk ... kolar-6-9/ für Klasse 7-9. An meiner Schule benutzten die Englischlehrer "Good stuff". ("Grundskola" bedeutet Klasse 1-9, "Lågstadiet= Kl. 1-3, Mellanstadiet= Kl. 4-6, Högstadiet= Kl. 7-9, Gymnasiet= Kl.10-12, sowohl berufsvorbereitende Zweige als auch Hochschulvorbereitende Zweige)

:YY:


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BeitragVerfasst: Sa, 13 Jun, 2015 18:08 
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Beiträge: 3966
Idaauslönneberga hat geschrieben:
Möglich ist das u.A. dadurch, dass die Lehrpläne sehr viel schwammiger formuliert sind als in Deutschland und jeweils für mehrere Jahrgänge gelten. Da steht dann in den Fremdsprachen nicht "Klasse soundsoviel: Die Bildung der Vergangenheit" sondern eher in der Art "Klasse 7-9": Der Schüler soll lernen, einfache fremdsprachliche Texte aus dem Alltagsgeschehen zu verstehen (z.B. in Spanisch).

Ja, das ist ein genereller Unterschied zwischen beiden Systemen, der sich, was ich sehen kann, durch alle Bildungssysteme zieht: während man in Deutschland sehr konkret ist, zum Teil Kataloge formuliert, wie oft welche Tätigkeit erfolgreich durchgeführt werden muss, macht man in Schweden das, was Ida als "schwammig formulieren" bezeichnet: man formuliert die Ziele, und nur diese, und legt den Weg dahin im Prinzip gar nicht fest.
Das ist theoretisch der überlegene Weg, weil tatsächlich unterschiedliche Lern- und Lehrstile existieren und es ja letztlich darauf ankommt, dass die Materie auf dem definierten taxonomischen Niveau beherrscht wird (kunskap och förståelse), die Kompetenz entsprechend erreicht wird (färdighet och förmåga) und/oder dass bspw. adäquat über die eigene Rolle usw. reflektiert werden kann (förhållningssätt och värderingsförmåga).
Es gibt zwei Probleme dabei:
  • Definition der Ziele: zumeist sind die zu erlernenden Konzepte komplex, und es ist schwerer, erschöpfende Listen der Lernziele zu erarbeiten, als die zu erlernenden Tätigkeiten zu katalogisieren, ohne auf der einen Seite eine undurchführbare Ausbildung zu konstruieren (nicht selten müssen alle Lernziele nachweisbar examiniert werden), oder auf der anderen Seite vollständig diffuse und in der praktischen Ausbildung schwer umsetzbare Lernziele zu schreiben. Oft gibt es daher eine Hierarchie mit übergreifenden, dann kurs-/halbjahresbezogenen und schliesslich herabgebrochenen (nedbrytna) Zielen, wobei die letzteren oft am ehesten dem entsprechen, was man als Laie von Lernzielen erwartet
  • Examination: wenn man nur Ziele definiert, und nicht festlegt, wie diese zu erreichen sind, muss man bereit sein, sowohl formativ (fortlaufend, korrigierend) als auch summativ (pass/fail) zu examinieren. Das aber ist in einer Gesellschaft, in der Individualismus das höchste Gut, das Befolgen von Regeln optional und Kritik an einem anderen (vor allem, wenn sie direkt und nicht hintenrum geäußert wird) im Prinzip tabu ist, ein schwieriges Unterfangen, weil man bereits mit dem Vorhaben mit herrschenden gesellschaftlichen Normen kollidiert. Die geniale Lösung ist: man hat die Beobachtung, dass die meisten Menschen gerne und eifrig lernen, wenn sie die Gelegenheit haben und ihre Neugier geweckt wird, zur Generalregel erhoben. Das macht wenig Unterschied für die (meisten) auf die das zutrifft, außer, dass diese ohne kritische Rückmeldung arbeiten (und dadurch ev. schlechter werden), aber lässt den Lehrenden ohne Konzept für die (wenigen), auf die das eben nicht zutrifft.
Mvh

//M

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