Hallo ihr alle,
in den letzten beiden Augustwochen war ich in Lappland, um auf dem Kungsleden zu wandern. Mit der SAS bin ich nach Kiruna geflogen und habe dort in der STF-Jugendherberge übernachtet, was ich nicht noch einmal machen würde – es ist der »schlechtere« Teil des Hotels, das sich im gleichen Gebäude befindet. Vom Flughafen aus fuhr abends ein Bus auch direkt nach Abisko, die dortige Fjällstation soll sehr schön sein und falls ich nochmal dort bin, werde ich mich selbst davon überzeugen
Nahe Tjäkta-Pass bei äußerst wechselhaftem Wetter
Der Weg geht zuerst durch den Wald (Abisko-Nationalpark), nach der Fjällstuga Abiskojaure geht es dann meistens oberhalb der Baumgrenze weiter. Ich bin zwischen Sälka und Singi über die »Abkürzung« (in km, wohl nicht in Zeit) abgebogen zur Fjällstation Kebnekaise und bin dort 2 Nächte geblieben (Strom! fließendes Wasser!). Auf den Kebnekaise habe ich es wegen schlechten Wetters (Schnee, Nebel, Wind und ich dämlicherweise ohne Handschuhe) nicht geschafft, auf dem Vierranvarri war Feierabend.
Tolles Licht bei Vakkotavare
Danach ging es auf dem Kungsleden weiter nach Süden, der Teil ist merklich weniger frequentiert. Von Vakkotavare aus habe ich den Bus nach Ritsem genommen, das Akka-Massiv (neben dem Bootsanleger das absolut Interessanteste an Ritsem) war jedoch arg in den Wolken, und auch die Bootstour über den See hat in Regen und Nebel nicht wirklich Spaß gemacht ... Mit Bus und Boot ging es zur Fjällstation Saltoluokta, von da aus noch 4 Tage zu Fuß weiter bis nach Kvikkjokk.
Da war dann nach 225 km aber auch wirklich Schluss! – leider
Morgenlicht in Sitojaure
Übernachtet habe ich immer in den Fjällstugor/Fjällstationer des STF und habe bis auf Kiruna nur gute Erfahrungen gemacht. Besonders schön fand ich es in Alesjaure, Kaitumjaure, Saltoluokta, Sitojaure und Aktse (Bergbach-Dusche mit +5 °C). In Ritsem hat mich sehr verunsichert, dass ich die Zimmertür abschließen konnte, und ich habe mich gefragt, ob es dort vielleicht gefährlich ist ... ich war das einfach nicht mehr gewohnt.
Fjällstuga Kaitumjaure
Speisesaal in der Fjällstation Saltoluokta
Die Landschaft war unglaublich schön, ich war zwar »eigentlich« alleine dort, habe aber so viele nette Leute kennen gelernt, dass ich bis auf zwei Tage nie wirklich alleine unterwegs war. Bis auf den einen Tag in Ritsem hatte ich auch immer akzeptables bis gutes Wetter. Der Weg war zum Teil anstrengend (sehr steinig bis hin zu Geröllfeldern), aber insgesamt gut zu gehen, man muss kein Leistungssportler sein. Auch der Zeitpunkt war wohl nicht schlecht – es gab nur am ersten und letzten Tag ein paar Mücken, im Fjäll gar keine. Absolutes Highlight war für mich der Blick vom Skierffe runter auf das Rapadalen, allein dafür hätte sich der ganze Weg gelohnt!
Blick vom Skierffe in Richtung Sarek
Blick vom Skierffe nach unten (lt. Fjällkarta ca. 400 m)
Auch wenn eine Spiegelreflex einiges mehr an Gewicht mitbringt als eine »Knipskamera« bin ich äußerst froh, dass ich sie mitgeschleppt habe (und ich war nicht die einzige, die sich die Mühe gemacht hat). Wer noch mehr Bilder schauen möchte, ich habe aus dem Urlaub einen Kalender gemacht, und die Bilder sind hier online:
http://www.tanja-huckenbeck.de/kalender-inhalteWenn jemand Detailfragen hat, ich beantworte sie gerne völlig subjektiv

und kann ansonsten einen solchen Urlaub nur empfehlen, es ist trotz der körperlichen Anstrengung sehr erholsam und entspannend!
Viele Grüße
Tanja