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BeitragVerfasst: Fr, 31 Jan, 2025 13:37 
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Der Naturskyddsföreningen fasst wieder einen aktuellen Zustandsbericht über viele Bereiche in Schweden hinweg zusammen.
Alle Daten stammen aus öffentlich zugänglichen Berichten und können nachvollzogen werden.

Da gerade "die Wälder" für viele immer so sinnbildlich sind in Schweden, vlt. mal wieder der Hinweis, dass wir es in Schweden selten mit Wäldern, sondern zumeist
mit Plantagen zu tun haben. Bäume gibt es viele, ja, aber die Artenvielfalt sinkt immer weiter.
So gibt es aktuell nur noch 6 Regionen, in denen sich die Zustandsentwicklung in den Wäldern immerhin nicht deutlich verschlechtert hat (neutrale Entwicklung).
In den meisten - gut bewirtschaftbaren - Bereichen sind über Jahre hinweg deutliche Verschlechterungen zu erkennen.

Die zusammengefassten Ergebnisse findet man in der Mitte der Übersichtsseite mit dem Titel: Ingen positiv utveckling för miljötillståndet i skogen

Die kompletten Berichte findet man beim Skogsstyrelsen:

https://www.skogsstyrelsen.se/miljo-och ... de-skogar/


Also genießt :sflagge: gerne weiterhin. Aber denkt vlt. auch daran, dass "die Wälder" unseren Schutz mehr brauchen als je zuvor...zumal sie von nicht geringer Wichtigkeit für uns sind :wink:

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BeitragVerfasst: Sa, 01 Feb, 2025 19:52 
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Wir haben auf einer Lichtung am Waldrand gewohnt.
Dann kam der Borkenkäfer. Der Waldeigentümer des Monokulturfichtenwaldes hat tatenlos das erste Jahr zugesehen, wie die ersten Bäume befallen wurden.
Dann ist das ganze explodiert und schon war die Hälfte befallen, trotz guter Standortbedingungen. Und dann kam der Harvester. Danach wurde neu gepflanzt - wieder Fichte. So ist das hier überall. Die alten Zöpfe sind im Kopf komplett vernagelt. So wurde der Elchbestand zusammengeschossen, indem man vorwiegend die Kühe schoss. Ein nicht endendes Trauerspiel. Wir hatten hier herrliche Waldwege, durch neue Forderungen der Waldindustrie wurde angefangen, diese für den Holzabtransport aufzuschottern. Man kann dort kaum noch gehen. In den 26 Jahren, die wir hier sind, sind die umliegenden, herrlichen Wälder fast verschwunden.
Wo sind die Miljöpartisten? Die suchen sicher in Stockholm seltene Käfer.


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BeitragVerfasst: Sa, 01 Feb, 2025 20:51 
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annie hat geschrieben:
Wo sind die Miljöpartisten? Die suchen sicher in Stockholm seltene Käfer.


Neee seltene Käfer werden auch in den letzten paar Naturwäldern und den Forstflächen erfasst.
Es gibt im System aber zwei Probleme:
a) die Flächenbesitzer kontrollieren sich selbst hinsichtlich der Einhaltung von Arten- und Naturschutz..
b) Skogsstyrelsen ist halt eine "beratende" Behörde, die vom Geld der Regierung lebt und rechtlich nicht viel machen kann

und
c) Urteile zum verpflichtenden Waldnaturschutz mit Vorrang vor der Ausbeutung werden zwar hingenommen, in der Umsetzung ist man aber sagen wir mal...kreativ?!

Und? Was fällt auf?

Und wenn man versucht gegen diese Mauer anzukommen, z.B. über Aufklärung, Vorschlägen zu integrativer Forstwirtschaft etc. pp. dann wird man bestenfalls als Käferzähler belächelt...
Denn auch die Bevölkerung in Schweden ist ja zumeist der Ansicht, dass man doch eben alles richtig macht. :#!ke:
Und wenn man dann noch auf einer Tagung 3 Mülleimer für Pappbecher, Plastikdeckel und Holzrührstab getrennt aufstellt ist man doch echt 100000000% Gigaöko.
Frage da mal nach sowas wie spülbaren Steingut/Porzellantassen :mrgreen:

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BeitragVerfasst: So, 02 Feb, 2025 13:30 
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Hej,
irgentwie muß man ja auch mal überlegen was hier eigenlich wächst ,wir sind nicht in Deutschland und die Themperaturen spielen auch eine gewisse Rolle.
Die Boreale Zone ist nun mal Nadelwald .
Mvh Werner


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BeitragVerfasst: So, 02 Feb, 2025 16:19 
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Wernersvensk hat geschrieben:
Hej,
irgentwie muß man ja auch mal überlegen was hier eigenlich wächst ,wir sind nicht in Deutschland und die Themperaturen spielen auch eine gewisse Rolle.
Die Boreale Zone ist nun mal Nadelwald .


Ok. Hat ja keiner was dagegen gesagt, oder? Nur ist eine Fichten-Monokultur für Zellulose halt dennoch kein natürlicher Altersklassenwald, wie es ihn z.B. reliktartig (nur) noch in kleinen Bereichen
Norwegens gibt. In Schweden muss man mittlerweile sehr intensiv nach zusammenhängenden Naturwäldern suchen. Fichten können in diesen Wäldern auch mal 400 Jahre alt werden und die Struktur unterscheidet sich massiv vom üblichen Stangenwald.

Zumal viele nicht unerhebliche Bereiche Schwedens auch eher der subborealen Zone zuzuordnen sind :wink:
Dort herrschen theoretisch Laub-Mischwälder vor.
Mal abgesehen von der eigtl. vorkommenden Moorbirke etc. im hohen Norden mit taigaähnlicher Ausprägung.

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BeitragVerfasst: Di, 04 Feb, 2025 9:27 
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dann frage ich mich nur warum in der Region Torsby in den letzten Jahren etliche Naturschutzgebiete dazu gekommen sind. Da sind wirklich viele Hektar neu als Naturschutzgebiet ausgezeichnet worden.


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BeitragVerfasst: Mi, 05 Feb, 2025 12:58 
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In Nordvärmland kam etwas dazu.
10 Flächen im letzten Jahr:
https://www.lansstyrelsen.se/varmland/o ... -2024.html

Gemessen an der Gesamtfläche dennoch überschaubar.
Zudem haben die Beschlüsse nicht selten Öffnungsklauseln für "avverkning"
Immerhin hat das Länstyrelsen Värmland hier bei den neuen Ausweisungen den 7 kap. §5 aber recht umfassend gefasst und umgesetzt.
(kann man alles über den Zentralserver beziehen. Nennt sich idR "Beslut")

Problem hierbei, es werden zumeist schwer (Maschinen)befahrbare Flächen ausgewählt, bei denen der Ertrag aufgrund des immensen Maschineneinsatzes
eh nicht so prickelnd wäre. Im Gegenzug dürfen die Eigentümer dann auf den nicht betroffenen, leichter Zugänglichen Flächen umso massiver reingehen.
Der gelebte Weg sollte aber eine integrative Bewirtschaftung sein, keine digitale mit Prozessschutz vs. Kahlschlag im Fichtengarten im Sinne eines entweder / oder.

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BeitragVerfasst: Mi, 05 Feb, 2025 15:54 
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Herr Jeh hat geschrieben:
,

Problem hierbei, es werden zumeist schwer (Maschinen)befahrbare Flächen ausgewählt, bei denen der Ertrag aufgrund des immensen Maschineneinsatzes
eh nicht so prickelnd wäre. Im Gegenzug dürfen die Eigentümer dann auf den nicht betroffenen, leichter Zugänglichen Flächen umso massiver reingehen.
Der gelebte Weg sollte aber eine integrative Bewirtschaftung sein, keine digitale mit Prozessschutz vs. Kahlschlag im Fichtengarten im Sinne eines entweder / oder.


Genau so ist es leider. Der typisch schwedische Kompromiss, der die Außenfassade erhält und im Innern nichts ändert. Lagom halt.

Deshalb z.B. auch eine der ersten Schlagzeilen nach dem schrecklichen Attentat in Örebro bei SVT und allen Nachrichtenmedien: Was wird das Ausland über uns denken nach diesem Ereignis? Den Opfern wird weit weniger Aufmerksamkeit gewidmet, das Ansehen in der Welt ist was interessiert und Sorgen bereitet. Hat jetzt nichts direkt mit dem Wald zu tun, beschreibt aber wie man versucht die Fassade aufrecht zu erhalten.


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BeitragVerfasst: Mi, 05 Feb, 2025 19:39 
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Erst gestern sah ich den Beitrag "Wie IKEA den Planeten plündert" im TV bei arte? (aus 2023?) , sollte also jetzt in einer Mediathek zu sehen sein.
Da ging es u. a. auch um die Situation in Schweden.
Ein Zusammenhang, der bei mir hängenblieb war, dass es durch die in Schweden übliche Forstwirtschaft ja vielleicht noch eine erhebliche Zahl an Bäumen gäbe, aber immer weniger richtige Wälder mit Bestand an Baümen unterschiedlichen Art und verschiedenen Alters.
Somit fehle es auch an der daraus resultierenden Vegetation für eine reichhaltige Tier-und Pflanzenwelt.
Also immer weniger Qualität an Lebensraum - z. B. ein Riesenproblem für die Rene in Schweden.
/Michael

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BeitragVerfasst: Mi, 05 Feb, 2025 22:26 
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lamborn hat geschrieben:
Ein Zusammenhang, der bei mir hängenblieb war, dass es durch die in Schweden übliche Forstwirtschaft ja vielleicht noch eine erhebliche Zahl an Bäumen gäbe, aber immer weniger richtige Wälder mit Bestand an Baümen unterschiedlichen Art und verschiedenen Alters.
Somit fehle es auch an der daraus resultierenden Vegetation für eine reichhaltige Tier-und Pflanzenwelt.


Genau darum geht es am Ende des Tages. Wälder in heterogenen Altersstadien und entsprechende Untersetzung mit stehendem und liegendem Totholz, sowie Waldböden, die sich noch als solche entwickeln können muss man in Schweden (aber auch in Norwegen z.B.) mittlerweile aktiv suchen. Um das - auch den Entscheidern - mal zu zeigen, gibt es mittlerweile extra Exkursionen u.a. nach Norwegen, was schon immer zu großen Fragezeichen führt, weil man denkt, man könne doch schlicht "Hinres Haus" gehen.

Gesunde Wälder und Böden sind aber einer der zentralen Grundpfeiler für die benötigte Resilienz der skandinavischen Natur in Zeiten des Klimawandels.

Aber wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, ist das offenbar schwer...

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