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BeitragVerfasst: Mo, 21 Mai, 2012 8:59 
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Herr Jeh hat geschrieben:
Ich finde es nur befremdlich wenn die deutsche Bürokratie DER Grund zum Auswandern sein soll?
DAS ist für mich ein Grund, NICHT ins Ausland zu gehen.
Hier in D weiß ich, wie der Hase läuft. Ich weiß, welche Unterlagen ich für dieses oder jenes Anliegen benötige - ich weiß, welches Amt dafür zuständig ist.
Wenn ich ins Ausland gehe, stehe ich aber erst einmal wie der Ochs´ vorm Berg. Okay, wenn man Deutschland wirklich verlassen möchte kann man sich über die im neuen Heimatland geltenden Bestimmungen und Vorgehensweisen schlau machen. Aber auf meiner" Pro/Contra-Liste Auswandern" steht Bürokratie eindeutig auf der Contra-Seite.

Ich persönlich hatte mit dem deutschen Amtsschimmel noch nie ein Problem, das sich nicht lösen lies.
Und ob der Sachbearbeiter freundlich ist oder nicht, ist mir eigentlich Schnuppe. Ich will ja keine dauerhafte Freundschaft mit ihm/ihr eingehen. Hauptsache mein Anliegen wird zu meiner Zufriedenheit erledigt.

:YY: Värmi


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BeitragVerfasst: Mo, 21 Mai, 2012 9:49 
Herr Jeh hat geschrieben:

Ich finde es nur befremdlich wenn die deutsche Bürokratie DER Grund zum Auswandern sein soll?
Denn da kann es mMn freundlicher Umgang hin oder her auch ein :shock: Erwachen geben.


da stimme ich dir absolut zu. Das sollte nicht DER Grund zum auswandern sein, auf keinen Fall. Denn wenn das der grund ist ist es sowieso meines Erachtens eine überstürzte unüberlegte Auswanderung. Denn auch wenn man Ärger mit dem FA hat, so geht der doch auch vorüber und dann denkt man schon nicht mehr dran.


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BeitragVerfasst: Mo, 21 Mai, 2012 14:40 
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Herr Jeh hat geschrieben:
Aber mal ehrlich, Freiberufler oder Selbstständige sind halt doch eher nicht die Mehrheit der Bevölkerung.
Und Lieschen Müller die einen Job hat und dafür ne normale Steuererklärung abgibt hat in der Regel quasi gar keinen Kontakt zum FA.

Jetzt geht die Sache leider doch ins Grundsätzliche: Hier stoßen wir an eine Grenze der Demokratie. Eine Minderheit, die sich durch einen Mißstand drangsaliert fühlt, hat in der Demokratie keinerlei Chance, das geändert zu bekommen, wenn sich eine Mehrheit nicht dafür interessiert oder es keine Lobby gibt.

Herr Jeh hat geschrieben:
Ich finde es nur befremdlich wenn die deutsche Bürokratie DER Grund zum Auswandern sein soll?
Denn da kann es mMn freundlicher Umgang hin oder her auch ein :shock: Erwachen geben.

Das wird es, und das muß es. Das kommt dann, wenn die betroffene Bürokratie endlich in der Realität aufwacht, daß sie Konkurrenz hat. Wie oben erwähnt, es ist für mich nicht der einzige, aber einer der Gründe, und ich suche mir jetzt einen Ort, der einfach in der Gesamtheit ein besseres Angebot hat. Die Schweiz macht das übrigens schon lange sehr erfolgreich vor, der interne Wettbewerb zwischen den Kantonen (zusammen mit der direkten Mitbestimmung) hält die Staatskrake ziemlich wirksam in Schach. Auf der EU-Führungsebene hat man das von Anfang an erkannt und fürchtet den Effekt, daher kommen sogenannte "Harmonisierungsbestrebungen" in Form von Vereinbarungen wie z.B. keine Mehrwertsteuer unter 15% usw. Die Wirtschaft soll dem freien europäischen Wettbewerb ausgesetzt werden, nur die eigene "Dienstleistung" der Politik und Verwaltung, die möchte man vor Rationalisierung schützen. Die eigene Jacke ist eben näher als die Hose. Nicht auszudenken, gäbe es bei uns eine solch drastische Wandlung hin zu Effizienz und bürgerfreundlichem Pragmatismus wie z.B. in Estland.

_________________
Auf meinem Grabstein soll stehen: „Guck nicht so blöd, ich würde jetzt auch lieber am Strand liegen!“


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BeitragVerfasst: Mo, 21 Mai, 2012 17:37 
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Onkel Klaus hat geschrieben:
Herr Jeh hat geschrieben:
Aber mal ehrlich, Freiberufler oder Selbstständige sind halt doch eher nicht die Mehrheit der Bevölkerung.
Und Lieschen Müller die einen Job hat und dafür ne normale Steuererklärung abgibt hat in der Regel quasi gar keinen Kontakt zum FA.

Jetzt geht die Sache leider doch ins Grundsätzliche: Hier stoßen wir an eine Grenze der Demokratie. Eine Minderheit, die sich durch einen Mißstand drangsaliert fühlt, hat in der Demokratie keinerlei Chance, das geändert zu bekommen, wenn sich eine Mehrheit nicht dafür interessiert oder es keine Lobby gibt.


In eine Grundsatzdiskussion wollte ich gar nicht abdriften.
Können wir aber gerne mal machen - nur nicht hier.

Meine Argumentation zielte eher in die Richtung, dass ich nicht nachvollziehen kann - denn das Thema gab es schon öfter mal - wie sich jemand, der außer Passangelegenheiten und "normalen" Behördengängen nicht allzu viel und vor allem keinen komplizierten Kontakt hat, dermassen von "der Bürokratie" gegängelt fühlen kann, dass das ein Auswanderungsgrund sein kann.

Für mich sind das oft Scheingründe oder besser gesagt vorgeschobene Gründe von Leuten, die generell problembehaftet durchs Leben eiern und dann einen Schuldigen suchen.

Wie schon geschrieben hatte ich bisher noch keine großen Probleme mit Behörden in :dflagge: aber auch nicht anderswo, evtl. sehe ich das daher auch entspannter... :YYAK:


Zum Thema Erwachen in der Bürokratie...dazu muss man evtl. erst mal festlegen, welche Ebene des Apparats man meint. Gerade auf den höheren Ebenen hatte ich es bisher immer mit professionellen Leuten zu tun die entsprechend effektiv und freundlich agierten.

Wenn man dann auf die Basisverwaltungsebene runter geht, dann sollte man das mal Vergleichsweise z.B. auch mal im Handwerk machen (einfach als Beispiel). Ich behaupte mal, dass es da auch genug Grund zum Ärgern gibt... :YYAY:

_________________
Carpe noctem!

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