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 Betreff des Beitrags: Re: Geburt in Schweden
BeitragVerfasst: Sa, 10 Jan, 2015 22:56 
Hej!

Der Kommentar von Vibackups Frau ist klasse, eine gute Zusammenfassung!

Ich habe ein Kind an einer deutschen Uni-Klinik bekommen und ein Kind in Schweden. Kurze Zusammenfassung: Uni-Klinik: eine Geburt mit viel "Medizin", Geräten, vielen beteiligten Leuten (Hebamme, Ärztin, Oberarzt, Studenten...), das alles von mir als zusätzlich belastend empfunden, das Ganze zog sich endlos hin, ein Alptraum (der ja dann aber gut ausging). Die drei Tage danach in der Klinik waren anstrengend, ca. 25 mal am Tag kam jemand rein, von der Putzfrau über den Schichtwechsel bis zur Verwaltungstante, die ca. 5 mal aufgetaucht ist um Versicherungsfragen zu klären.

Schwangerschaft und Geburt in Schweden: in der Vorsorge habe ich keinen Arzt gesehen (auf meine verwunderte Frage meinte die Hebamme, ich sei ja schwanger und nicht krank, solange alles normal aussehe, braucht man ja dazu keinen Arzt), mich aber bei der sehr kompetenten Hebamme gut aufgehoben gefühlt. Weniger Brimborium als in Deutschland, weniger Spezialuntersuchungen (ich war in D Privatpatient) aber auch viel weniger Angstmache. (Hier in der Stadt gibt es einen Vorbereitungskurs beim ersten Kind, beim zweiten weiss man ja,. wies geht :) )
Wir habe vor Ort ein Krankenhaus, jedoch keine Geburtsabteilung, daher sind wir als es losging 60 km gefahren. Hat gut geklappt.
Im Krankenhaus wurde ich von zwei professionellen Hebammen betreut, die die komplette Geburt durchgeführt haben, in sehr ruhiger, angenehmer Atmosphäre, ich konnte mich nun wirklich auf die Geburt und das Baby konzentrieren, habe ausser ein wenig Lachgas null Hilfsmittel gebraucht, nach 1,5 Stunden im Krankenhaus war das Baby da. Selbst eine Komplikation gegen Ende (Nabelschnur eng um den Hals) wurde von den Hebammen im Vorfeld erkannt und ruhig und sicher sofort gelöst. Wäre es noch komplizierter geworden, hätte im Hintergrund ein Arzt und ein OP bereitgestanden. Einzelzimmer mit Rooming-in war eine Selbstverständlichkeit. Nach der Geburt waren wir noch 2 Tage da, die üblichen ärztlichen Untersuchungen machen. Da ich wohl selbst ruhig wirkte und es das 2. Kind war, haben sie uns in der Zeit viel in Ruhe gelassen und uns nicht gestört, waren bei Fragen jedoch immer da. Das fand ich sehr angenehm.

Auch mein Mann (der selbst Arzt ist) hat die Situation in Schweden als sehr viel entspannter erlebt.

( Von einer Bekannten, die ein Kind in D (in einer alternativen Hebammenpraxis, ohne viel Brimborium) und eins in Frankreich (an einer Uniklinik mit Brimborium) bekommen hat, habe ich genau die umgekehrte Geschichte gehört: Hebamme schlecht, Uniklinik super.

Vielleicht ist die Krux ja auch, dass die zweite Geburt oft leichter als die erste ist :) )

Fazit: Da ich nicht sehr "Müsli" bin und mich eher auf gesunden Menschenverstand verlasse als auf allerhand Zauber fand ich das ganze in Schweden gut.

Die Frage nach euren Schwedischkenntnissen ist sehr gut! Im Eifer des "Geschäfts" kann man nämlich nicht noch groß nach Vokabeln suchen oder versuchen Englisch zu reden, da ist es beruhigend, wenn man einigermassen flüssig Schwedisch kann!

Eine Nachsorgehebamme, die nach Hause kam, gab es bei uns nicht, ich bin dazu ab und zu mit dem Baby in die örtliche barnavårdcentral gegangen, wo ich von einer Krankenschwester betreut wurde. Die hat das übliche Wiegen usw. gemacht, bei Bedarf hätte ich da sehr oft hingehen können.

Es hängt also davon ab, was ihr selbst für "Typen" seid und was ihr von Krankenhaus und Nachsorge erwartet. Ausserdem gibt es regional sicher grosse Unterschiede, das hier ist nur ein subjektiver Erfahrungsbericht (aus Blekinge).

Viel Glück!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Geburt in Schweden
BeitragVerfasst: So, 11 Jan, 2015 1:51 
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Beiträge: 4030
Ja, Das variiert wohl sehr stark.
Ich habe drei Kinder, war bei allen drei Geburten dabei; die viele Medizin habe ich weder in D (zwei, eine in Hamburg, eine in Bayern) noch in S (Östergötland) erlebt, aber Unikliniken haben wir gemieden. Außer in Bayern, ich glaube fast, das war die Uniklinik...
es waren in allen drei Fällen nur Hebammen sichtbar, die ihren Job zu können schienen. Was das ganze etwas kompliziert gemacht hat ist, dass meine Frau ja Hebamme und ich Arzt bin, was uns nicht zu den populärsten Kunden macht... aber dennoch, bis auf eine Gynäkologin, die total das Konzept verlor, als sie erfuhr, dass ich Kollege war, haben alle das relativ gelassen hingenommen.

//M

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„Drei Dinge sind unwiederbringlich: der vom Bogen abgeschossene Pfeil, das in Eile gesprochene Wort und die verpaßte Gelegenheit.“
ʿAlī ibn Abī Tālib


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 Betreff des Beitrags: Re: Geburt in Schweden
BeitragVerfasst: Mo, 12 Jan, 2015 12:31 
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vibackup hat geschrieben:
Ja, Das variiert wohl sehr stark.


Ja. Tut es. Wobei sich zumindest in deutschland ein Trend hin zu größeren Geburtskliniken abzeichnet.
Dort ist man ja gerne ISO zertifiziert, sodass sich da viel angleicht.

IdR läuft es aktuell so, dass eine Hebamme die Gebärende die ganze Zeit betreut und erst im letzten Zug der Geburt ein Arzt hinzu kommt und da an sich auch im Hintergrund bleibt.
Natürlich sind viele KHs Lehr-KHs. Und irgendwann müssen die angehenden Ärzte ja auch mal was lernen...auch an/bei Gebärenden. Ich kenne es zumindest so, dass der Gynäkologie dann halt im Vorfel fragt, ob er mit Studenten dazu kommen darf.

Die Wochenbettstationen unterscheiden sich natürlich deutlich stärker in Deutschland. Was nur meiner Ansicht ein ganz schlimmes Übel ist, sind diese penetranten Babyphotografinnen, die nervenderweise durch die Stationen tingeln...

_________________
Carpe noctem!

I elva renna, i havet venda


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 Betreff des Beitrags: Re: Geburt in Schweden
BeitragVerfasst: Mo, 12 Jan, 2015 15:39 
Herr Jeh hat geschrieben:
Die Wochenbettstationen unterscheiden sich natürlich deutlich stärker in Deutschland. Was nur meiner Ansicht ein ganz schlimmes Übel ist, sind diese penetranten Babyphotografinnen, die nervenderweise durch die Stationen tingeln...

Definitive!
Für mich aber ein Stück schlimmer war es dass es kein geregelter besuche Zeit gab.
Bei meiner Bettnachbarin ging es morgens um 9h los bis Abend um 22h mit den ganze Besuch – Der Ehrmann, die Schwiegereltern, Freunde, Bekannte, Nachbar und verwandten…. Die alle mal 1 mal 2 st. da waren und nicht die Aufenthaltsraum genutzt haben sondern immer nur in das Patientinnen Zimmer geblieben sind. Und wen es kein besuch da war da ging es ständig mit den Handy weiter.
Wenn man Ruhe haben will, muss man sich es kaufen, ein Einzel Zimmer „Buchen“, dann bist du das Problem Loss.
Und dass was mal frühe ein Wochenbett war ist heute 2-3 Tagen Aufenthalt in der Regel ( so bei mir ), das erste Mal nach Natürliche Geburt und bei der 2 mal nach Not Kaiserschnitt mit Zwillinge.
Naja erholt könnte man sich die 2-3 Tage echt nicht. :-(
Ich hatte der Wünsch – Kein Besuch in KH, außer meinen Mann. Erst 2-3 Wochen nach der Geburt zu Hause. Dieses Wünsch würde Akzeptiert und niemand war Böse.

Edit: Meine Geburtserfahrungen sind hier in Deutschland gewesen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geburt in Schweden
BeitragVerfasst: Mo, 12 Jan, 2015 21:49 
Hej nochmal!

Kommentar zu Nikoleta: Ich hatte eindeutig in Schweden nach der Geburt mehr Ruhe. Fotografinnen, die durch die Zimmer tingeln? Undenkbar! Ich hatte ein Einzelzimmer, ausser Mann und Geschwistern des Babys durfte niemand zu Besuch kommen, auch die aus D angereisten Eltern und Schwiegereltern nicht. Wichtig war, in Ruhe miteinander bekannt zu werden, alles andere hatte später noch Zeit. Sehr angenehm!


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 Betreff des Beitrags: Re: Geburt in Schweden
BeitragVerfasst: Mo, 12 Jan, 2015 23:18 
Idaauslönneberga hat geschrieben:
ausser Mann und Geschwistern des Babys durfte niemand zu Besuch kommen, auch die aus D angereisten Eltern und Schwiegereltern nicht. Wichtig war, in Ruhe miteinander bekannt zu werden, alles andere hatte später noch Zeit. Sehr angenehm!

Dann hätten wir gut in einen Zimmer zusammen gepasst. :perfekt: Übrigens musst man in Schweden wenn man Einzel Zimmer haben möchte, so wie in Deutschland dafür bezahlen?
Von das alles was ich bis jetzt gehört, gelesen und in TV geguckt habe(von Deutsch-Medizinisches Personal in Schweden), lässt sich schließen das in Deutschland Technik massig zwar besser ausgestattet sind, aber was der Zahl der Personal angehet in Schweden weit besser ist.
Das heißt die Hebamme und die Krankenschwester haben die Zeit und die Möglichkeit die Bedürfnisse der Patient anzugehen und sich gut um ihm zu kümmern. Sind dann auch nicht so gestresst und haben Spaß an die Arbeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geburt in Schweden
BeitragVerfasst: Di, 28 Apr, 2015 23:19 
Gerade fällt mir noch etwas Kurioses zum Thema Geburt in Schweden ein. In Schweden wird (seit 1947) der Wohnort (bzw. Gemeinde) der Mutter als Geburtsort des Kindes in die Papiere eingetragen. Wenn also jemand in A wohnt und in B ein Kind bekommt, steht A als Geburtsort im Ausweis. (Bei Geburten auf dem Autobahnparkplatz ja evtl. sinnvoll, aber sonst...?)

Das war bei unserem Nachwuchs genauso, für die deutsche Geburtsurkunde mussten wir beim schwedischen Krankenhaus eine besondere Bescheinigung ausstellen lassen, dass das Kind dort geboren war.

Nun steht also in den deutschen Papieren A als Geburtsort, in den schwedischen B. Im deutschen Pass steht unter place of birth A, im schwedischen unter place of birth B. Wenn das mal nicht irgendwann für Verwirrung sorgt???

:roll:


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