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BeitragVerfasst: So, 28 Jun, 2020 11:58 
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vinbergssnäcka hat geschrieben:
Also, ich glaube, wenn deine Freundin erstmal im Gesundheitswesen oder der Pflege einsteigt, bis ihre Legitimation durch ist, dann hat sie gute Chancen direkt anfangen zu können bei der Momentanen Situation. Einfach mal bei der Kommune oder der Region auf der Homepage schauen, da werden dringen Leute gesucht, mit und ohne Ausbildung. Bei uns wurden Leute über Facebook gesucht und gefunden.

Nochmal zur verdeutlichung wegen der försäkringskassan. Das sind zwei getrennte Bereiche. Das eine geht um die Krankenversorgung, also das ihr bei Bedarf zum Arzt gehen könnt oder ins Krankenhaus. Das ist sofort möglich, sobald ihr Eure Personnummer erhaltet, du als Selbständiger und deine Freundin als dein sambo!

Das andere handelt um Krankengeld, und das bekommst du nur, wenn du auch etwas verdienst. Logisch. Dazu brauchst du dich nicht extra anmelden, sondern erst wenn du krank wirst. Als selbstständiger wählst du die Zahl der Karenztage und danach werden deine Abgaben berechnet. Wenn du krank wirdst, dann musst du dein Einkommen darlegen....ich würde da durchaus das Einkommen aus Deutschland mit angeben, wenn du im ersten oder zweiten Jahr erkrankst.

Deine Freundin erhält Krankengeld, wenn sie eine feste Arbeitsstelle hat, entsprechend ihrem Einkommen.

Ich hoffe, das war soweit etwas deutlicher...und nur meine persönliche Meinung, wenn ihr die Mittel habt, würde ich in Deutschland noch eine private Krankenversicherung für ein Jahr abschliessen (schauen, das ihr damit im Notfall in Deutschland behandelt werden könnt) wie vibackup schreibt, momentan ist Chaos und keine normaler Krankenbetrieb.....im Prinzip nur Notfälle oder wenn du Glück hast kriegst du einen Arzt ans Telefon....


Hej Heike!

Ja, das haben wir so auch schon gehört, dass es gerade in der jetzigen Situation eher einfacher ist, eine Arbeit im Gesundheitswesen zu finden... Da Theresa nie eine PKV hatte, wäre das natürlich extrem teuer... wir tendieren eben zu einer privaten Expatcare Versicherung, die hat tatsächlich sehr gute Leistungen...

Und vielen Dank für die ausführliche Erklärung zur försäkringskassa... :-)

Es ging bzw. geht eigentlich darum, uns quasi doppelt abzusichern...

1. Zum einen gründe ich eine enskild firma, wo dann Theresa auch mit abgesichert ist, dabei ist auch keine dt. KV notwendig (weil über Försäkringskassa)
2. Zum anderen sucht Theresa eh eine Arbeit und ist dann natürlich auch selbst abgesichert (über die Försäkringskassa)
3. Zum wieder anderen haben wir auch "hinreichende Mittel" und (zumindest ich) eine vollwertige private dt. Krankenversicherung, da fehlt aber noch eine KV für Theresa... und darum geht es letztlich

Im Detail:

In dem Fall 3 braucht sie ja eine dt. KV, die noch ein Jahr gültig ist, sie ist in der GKV (die KV braucht man, um überhaupt eine Personnummer beantragen zu können)

Die GKV sagt aber, wenn man auswandert, sprich seinen Wohnsitz abmeldet, sind die Leistungen sehr stark eingeschränkt, ausser Unfall, Notfall gibt`s nix
Wenn man den Wohnsitz in DE nicht abmeldet, muss man ja trotzdem Bescheid geben, dass man sich (z.B. ein Jahr) im Ausland aufhält, dann wird daraus aber eine (private) Langzeit-Reiseversicherung, die auch nur möglich ist, solange man seinen Wohnsitz in DE hat... :achso2:

Deshalb auch die Frage... klar, sie kann sich in DE abmelden und freiwillig in die GKV einzahlen, dann aber kaum Leistungen, was in Zeiten von Covid-19 nicht gerade ideal ist

Oder aber sie meldet sich in DE nicht ab, und bekommt diese Langzeit-Reise über die GKV... nur ist da wieder die Frage, ob die schwedischen Behörden das akzeptieren...

Oder eben die dritte Variante, eine Expatcare-Versicherung, da dort die Leistungen stimmen, aber auch hier die Frage, ob die schwedischen Behörden das akzeptieren...


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BeitragVerfasst: So, 28 Jun, 2020 12:12 
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Die Auskunft der AOK glaube ich noch immer nicht, weil eigene praktische Erfahrung (nicht nur bei mir) anders aussieht. Aber denn ...

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BeitragVerfasst: So, 28 Jun, 2020 12:27 
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Vita hat geschrieben:
Die Auskunft der AOK glaube ich noch immer nicht, weil eigene praktische Erfahrung (nicht nur bei mir) anders aussieht. Aber denn ...


Ich glaube es ehrlich gesagt auch nicht, und da ist auch noch nicht das letzte Wort (mit der AOK) gesprochen... ;-)

Aber wen soll man fragen, wenn nicht die AOK selbst... die sollten es ja eigentlich wissen...


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BeitragVerfasst: Mo, 29 Jun, 2020 10:42 
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BenFin hat geschrieben:
... ;-)

Aber wen soll man fragen, wenn nicht die AOK selbst... die sollten es ja eigentlich wissen...

Vielleicht macht es Sinn einfach mal bei der "Konkurrenz" nachzufragen wie das denn grundsätzlich geregelt sei.

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Gruß Kali


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BeitragVerfasst: Mo, 29 Jun, 2020 11:42 
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BeitragVerfasst: Mo, 29 Jun, 2020 12:49 
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Beiträge: 3729
BenFin hat geschrieben:
vibackup hat geschrieben:
Deine Partnerin kann nicht jetzt schon suchen und ihr wartet, bis sie auch eine Arbeit hat?
Im Moment steht hier alles etwas kopf...
´
Ich verstehe Deinen Einwand, allerdings frage ich mich, wie das realistisch funktionieren soll... sie muss ihre Arbeit kündigen, wir müssen den Mietvertrag kündigen, den kompletten Hausstand umziehen etc. Bekommt sie ein Jobangebot, muss sie sich sicherlich persönlich vorstellen, und dann ist die Frage, ob der potentielle Arbeitgeber gerne 3 Monate warten will, bis sie ihre Stelle antritt...

Weg von der Ursprungsfrage (die ja wohl so weit geklärt ist wie das hier im Forum geht, oder?):
Das war kein Einwand, sondern ein Lösungsvorschlag.
Realistisch gehen?
Ich kenne natürlich eure Situation nicht, aber wenn ich davon ausgehe, dass ihr noch keine Brücken verbrannt habt, dann so:
  1. ihr kündigt erstmal gar nichts
  2. ihr lernt schwedisch, sucht euch Quellen, nehmt Kontakt mit der Svensk-Tyska Föreningen i München,
    http://www.d-s-v-m.de/, vorstand@d-s-v-m.de, Postfach 31 01 62 München, http://www.bjornbaren.de/ oder http://munchen.swea.org/auf, übt so (im Moment vermutlich per Zoom oä) die Kommunikation auf schwedisch, bis ihr eine realistische Chance für B2 habt (C1 ist unrealistisch wenn man nicht hier ist)
  3. in der Zeit nimmt Theresa Kontakt mit ev Arbeitgebern auf (weiss nicht, wo ihr das Haus gekauft habt, aber vermutlich ist das landsting, oder wie das jetzt oft heisst, die Region der hauptsächliche oder einzige Ansprechpartner, und dort vermutlich Habilitering oder die Psychiatrie) und findet heraus, was die fordern und was sie bereit sind, zu helfen. Ihr seid ja bereits gefesselt durch den Hauskauf, der Hinweis, dass man ausserhalb der Gegenden mit grösseren Städten (was im wesentlichen Norrland bedeutet) eher Leute braucht, hilft euch vermutlich nicht weiter, oder doch?
  4. wenn ihr mit all dem fertig seid und Corona abgeebbt ist (verschwinden wird das Virus nicht), dann macht ihr euch mit allen Vorbereitungen auf den Weg.
Falls ihr meinen Vorschlag nicht machbar findet: seid vorsichtig mit der Hoffnung auf eine Stelle wegen Corona. Nicht dass das gar nicht klappen kann, aber auch und gerade auf einer Coronastation braucht man Leute, die Anweisungen verstehen können, denn dort ist die Tötlichkeit leider hoch... allerdings hinterlässt das Virus Folgeschäden, so ev kann eine Corona-Reha-Abteilung eine Alternative sein? Solche werden wir hier bald bauen... denn die zunehmende Zahl an Genesenen braucht Hilfe beim Weg zurück. Das wird aber vermutlich erst im nächsten Frühjahr richtig in Gang kommen, so wie ich unser System einschätze... aber so etwas könnte eine Öffnung für deine Partnerin sein.
Ihr seid euch vermutlich nicht im Klaren darüber, und ich weiss aus Erfahrung, dass das in der Anfangseuphorie schwer zu schlucken ist: Schweden ist, wie Deutschland, ein reiches und gut funktionierendes Land, und in beiden Ländern gibt es Licht- und Schattenseiten. In Schweden gehört zu den Schattenseiten u.a. das Gesundheitssystem, das anders als (noch) in Deutschland unter direkter politischer Steuerung steht. Im Moment haben die Politiker Angst vor dem Virus, weshalb sie sich die Vorschläge anhören, aber jahrelang hat man einfach darauf gesch.... und hat mit ständigen Umorganistaionen die Kosten hoch und die Effektivität runter getrieben. Deshalb, und nicht aus freier Wahl, haben wir hier den anderen Weg; mit unserem Gesundheitssystem wäre ein Lockdown so hart gewesen, um unter die Kapazitäten des hiesigen Gesundheitssystem zu kommen, dass das nicht realistsich war.Man hat das tatsächlich durchgerechnet. Man wusste also, dass unser System havarieren würde und das wir viele Tote haben würden, aber man kann mitten in einer Krise nicht die Fehler von vielen Jahrzehnten gutmachen. Im Gesundheitssystem arbeiten die Leute im Moment so gut sie nur können um die Coronapatienten zu behandeln; dafür müssen andere Patientengruppen zurückstehen (im Prinzip alle mit chronischen Erkrankungen). Das wird Folgen haben; es werden mehr Leute anden Folgen unbehandelter Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes sterben, ohne dass die direkt Corona-infiziert waren, einfach, weil sie lange nicht behandelt werden konnten.
In D habt ihr ein robustes und im weltweiten Vergleich hervorragend funktionierendes System (ok, die Holländer gewinnen trotzdem immer, aber das ist eine andere Sache), ihr zieht also von einem besseren in ein schlechteres Gesundheitssystem, und gerade im Moment sind die Unterschiede eklatant, weil die Krise sie verschärft.
Als Arzt dauert das nach meiner Erfahrung drei-sechs Monate, je nach Anfangsenthusiasmus, bis man dahinterkommt, und dann kommt die grosse Krise. Arbeitstherapeut weiss ich nicht, da ich weder selber Arbeitstherapeut bin und auch nie Vorgesetzter für Mitglieder dieser Berufsgruppe war und daher nie ausländische AT eingestellt habe.
Wie auch immer ihr euch entscheidet: hoffe, dass euch die Hinweise weiterhelfen, und viel Erfolg und Glück.

//M

_________________
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„Drei Dinge sind unwiederbringlich: der vom Bogen abgeschossene Pfeil, das in Eile gesprochene Wort und die verpaßte Gelegenheit.“
ʿAlī ibn Abī Tālib


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BeitragVerfasst: Mo, 29 Jun, 2020 19:47 
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vibackup hat geschrieben:
BenFin hat geschrieben:
vibackup hat geschrieben:
Deine Partnerin kann nicht jetzt schon suchen und ihr wartet, bis sie auch eine Arbeit hat?
Im Moment steht hier alles etwas kopf...
´
Ich verstehe Deinen Einwand, allerdings frage ich mich, wie das realistisch funktionieren soll... sie muss ihre Arbeit kündigen, wir müssen den Mietvertrag kündigen, den kompletten Hausstand umziehen etc. Bekommt sie ein Jobangebot, muss sie sich sicherlich persönlich vorstellen, und dann ist die Frage, ob der potentielle Arbeitgeber gerne 3 Monate warten will, bis sie ihre Stelle antritt...

Weg von der Ursprungsfrage (die ja wohl so weit geklärt ist wie das hier im Forum geht, oder?):
Das war kein Einwand, sondern ein Lösungsvorschlag.
Realistisch gehen?
Ich kenne natürlich eure Situation nicht, aber wenn ich davon ausgehe, dass ihr noch keine Brücken verbrannt habt, dann so:
  1. ihr kündigt erstmal gar nichts
  2. ihr lernt schwedisch, sucht euch Quellen, nehmt Kontakt mit der Svensk-Tyska Föreningen i München,
    http://www.d-s-v-m.de/, vorstand@d-s-v-m.de, Postfach 31 01 62 München, http://www.bjornbaren.de/ oder http://munchen.swea.org/auf, übt so (im Moment vermutlich per Zoom oä) die Kommunikation auf schwedisch, bis ihr eine realistische Chance für B2 habt (C1 ist unrealistisch wenn man nicht hier ist)
  3. in der Zeit nimmt Theresa Kontakt mit ev Arbeitgebern auf (weiss nicht, wo ihr das Haus gekauft habt, aber vermutlich ist das landsting, oder wie das jetzt oft heisst, die Region der hauptsächliche oder einzige Ansprechpartner, und dort vermutlich Habilitering oder die Psychiatrie) und findet heraus, was die fordern und was sie bereit sind, zu helfen. Ihr seid ja bereits gefesselt durch den Hauskauf, der Hinweis, dass man ausserhalb der Gegenden mit grösseren Städten (was im wesentlichen Norrland bedeutet) eher Leute braucht, hilft euch vermutlich nicht weiter, oder doch?
  4. wenn ihr mit all dem fertig seid und Corona abgeebbt ist (verschwinden wird das Virus nicht), dann macht ihr euch mit allen Vorbereitungen auf den Weg.
Falls ihr meinen Vorschlag nicht machbar findet: seid vorsichtig mit der Hoffnung auf eine Stelle wegen Corona. Nicht dass das gar nicht klappen kann, aber auch und gerade auf einer Coronastation braucht man Leute, die Anweisungen verstehen können, denn dort ist die Tötlichkeit leider hoch... allerdings hinterlässt das Virus Folgeschäden, so ev kann eine Corona-Reha-Abteilung eine Alternative sein? Solche werden wir hier bald bauen... denn die zunehmende Zahl an Genesenen braucht Hilfe beim Weg zurück. Das wird aber vermutlich erst im nächsten Frühjahr richtig in Gang kommen, so wie ich unser System einschätze... aber so etwas könnte eine Öffnung für deine Partnerin sein.
Ihr seid euch vermutlich nicht im Klaren darüber, und ich weiss aus Erfahrung, dass das in der Anfangseuphorie schwer zu schlucken ist: Schweden ist, wie Deutschland, ein reiches und gut funktionierendes Land, und in beiden Ländern gibt es Licht- und Schattenseiten. In Schweden gehört zu den Schattenseiten u.a. das Gesundheitssystem, das anders als (noch) in Deutschland unter direkter politischer Steuerung steht. Im Moment haben die Politiker Angst vor dem Virus, weshalb sie sich die Vorschläge anhören, aber jahrelang hat man einfach darauf gesch.... und hat mit ständigen Umorganistaionen die Kosten hoch und die Effektivität runter getrieben. Deshalb, und nicht aus freier Wahl, haben wir hier den anderen Weg; mit unserem Gesundheitssystem wäre ein Lockdown so hart gewesen, um unter die Kapazitäten des hiesigen Gesundheitssystem zu kommen, dass das nicht realistsich war.Man hat das tatsächlich durchgerechnet. Man wusste also, dass unser System havarieren würde und das wir viele Tote haben würden, aber man kann mitten in einer Krise nicht die Fehler von vielen Jahrzehnten gutmachen. Im Gesundheitssystem arbeiten die Leute im Moment so gut sie nur können um die Coronapatienten zu behandeln; dafür müssen andere Patientengruppen zurückstehen (im Prinzip alle mit chronischen Erkrankungen). Das wird Folgen haben; es werden mehr Leute anden Folgen unbehandelter Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes sterben, ohne dass die direkt Corona-infiziert waren, einfach, weil sie lange nicht behandelt werden konnten.
In D habt ihr ein robustes und im weltweiten Vergleich hervorragend funktionierendes System (ok, die Holländer gewinnen trotzdem immer, aber das ist eine andere Sache), ihr zieht also von einem besseren in ein schlechteres Gesundheitssystem, und gerade im Moment sind die Unterschiede eklatant, weil die Krise sie verschärft.
Als Arzt dauert das nach meiner Erfahrung drei-sechs Monate, je nach Anfangsenthusiasmus, bis man dahinterkommt, und dann kommt die grosse Krise. Arbeitstherapeut weiss ich nicht, da ich weder selber Arbeitstherapeut bin und auch nie Vorgesetzter für Mitglieder dieser Berufsgruppe war und daher nie ausländische AT eingestellt habe.
Wie auch immer ihr euch entscheidet: hoffe, dass euch die Hinweise weiterhelfen, und viel Erfolg und Glück.

//M



Hej Vibackup!

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Post, ich möchte entsprechend antworten... :-)

Zu Punkt 2:
Wir haben bereits "eine realistische Chance" auf B2... unsere (schwedische) Sprachlehrerin meint, mit ein bisschen gezielten Übungen auch auf C1...
Um es genauer aufzuschlüsseln... Leseverständnis: C1-C2 / Hörverständnis: C1 / Schreiben: wohl eher B2 / Sprechen ist am schlechtesten: B1-B2
Das ist aber auch klar, man kann in DE ja nicht den ganzen Tag schwedisch sprechen... ;-) Nach meiner Erfahrung und durchaus realistischen Einschätzung, ist das Thema in vielleicht 3 Monaten in Schweden erledigt und auch das Sprechen ist dann auf einem guten Niveau...
Das sind die Einschätzungen unserer Lehrerin, nicht meine...
Ich kann Dir auf jeden Fall sagen, dass wir problemlos mit unserer Versicherung, Klempner etc. ausschließlich auf schwedisch kommunizieren können, ohne rumzustochern... ;-)
Die ganzen detaillierten Voraussetzungen zur Gründung einer enskild firma (und auch alles andere zur Auswanderung) lese ich auf schwedisch und habe keine Probleme, es zu verstehen...
Mit unserer Sprachlehrerin sprechen wir sowieso nur schwedisch...

Zu Punkt 3:
Theresa wird in den kommenden Wochen genau das tun... Kontakt zur Kommune etc. aufnehmen
Und ja, das hilft uns, unser Haus ist nämlich in Västernorrland ;-)

Zu Punkt 4:
"Wenn Corona abgeebbt ist?" Tja, wann soll das sein? In 6 Monaten, in 1 Jahr, oder auch in 2 oder 3 Jahren? Wenn ein Impfstoff verfügbar ist? Ja, wann wird das wohl sein...?
In der Zwischenzeit gibt`s nochmal ein paar Lockdowns in DE (möglicherweise nur regional, aber auch dann wird München sicherlich nicht verschont bleiben mit tausenden S-Bahn-Pendlern)
Und was dann hier mit der Wirtschaft passiert, ist überhaupt nicht abzuschätzen... Und das wird kommen, keine Frage, die Stimmung hier in München ist eh schon wieder nach dem Motto :"Was ist Corona? Nie gehört..."
Kommen dann noch genug Patienten in die Ergo-Praxis, wenn es hier wieder richtig losgeht mit Infektionen? Heißt es dann wieder "Kurzarbeit"?
Heißt es dann wieder 2,5 Monate zu Hause bleiben in der engen Wohnung ohne Freiraum, die richtig viel Geld kostet, weil die Mieten in München horrend geworden sind? Tja, wer weiß...

Es ist nicht so, dass wir mal ganz spontan auf die Idee gekommen sind nach Schweden auszuwandern... ich habe dies schon vor 10 (!) Jahren beschlossen...
Ich habe im Laufe der letzten 14 Jahre ca. 3,5 Jahre in Schweden verbracht...
Und eine "Anfangseuphorie" ist in diesem Sinne nicht vorhanden... wir wissen, dass es schwer wird, wir wissen, das da viel Arbeit auf uns zu kommt.
Wir haben keine Kinder, und wir wollen auch keine "Karriere machen"... wenn Theresa in ihrem Beruf weiterarbeiten kann, freut sie sich sehr, und das möchte sie auch schaffen... aber sie stellt sich auch nicht hin und sagt: entweder das, oder gar nichts... mir ist mein Beruf ehrlich gesagt ziemlich egal... er macht mir Spaß, und ich mache ihn, solange es geht... aber auch ich bin mir nicht zu schade, "irgendeinen Job" zu machen, wenn`s is... ein eigenes Heim, wo man abends in Ruhe im Wintergarten sitzen kann, ohne streitende Nachbarn, dafür Kanada-Gänse, die über das Haus fliegen... nach einem mehr oder minder harten Arbeitstag, egal in welchem Beruf... das ist für mich Lebensqualität... wo ich auch um 22 Uhr die Gitarre auspacken kann, weil es niemanden gibt, den es stören könnte...
Als (Euro-) Millionär kriegt man das natürlich auch in München... ;-)

Das Leben in Deutschland (oder besser gesagt München) ist schlicht und einfach nicht unseres...
Ich könnte da jetzt ganze Romane schreiben und erklären warum, aber ich muss leider arbeiten...

Und, um es mit den Worten meines Vaters zu sagen:
"Man kann und sollte gut vorbereitet sein... man kann sich aber auch zu Tode planen. Und dann sind 10 Jahre vergangen, und man hat so viel geplant, dass man darüber vergessen hat zu leben"

Klingt vielleicht etwas platt, aber ich bin auch Songwriter, deshalb steh ich auf sowas ;-)

In diesem Sinne :-)


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BeitragVerfasst: Mo, 29 Jun, 2020 20:29 
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vibackup hat geschrieben:
BenFin hat geschrieben:
vibackup hat geschrieben:
Als Arzt dauert das nach meiner Erfahrung drei-sechs Monate, je nach Anfangsenthusiasmus, bis man dahinterkommt, und dann kommt die grosse Krise.

//M


Eins noch, was meinst Du mit diesem Satz? Meinst Du, dass wir in 3-6 Monaten dahinter kommen, dass das schwedische Gesundheitssystem schlechter ist als das Deutsche? Und dass wir deshalb eine (persönliche) Krise haben werden? Okay, derzeit haben wir eine Pandemie, und da ist alles möglich... aber ich habe das "deutsche Gesundheitssystem" in den letzten 10 Jahren 3x in Anspruch genommen, wenn man mal vom Zahnarzt absieht... ausserdem bleibe ich ja über die deutsche PKV erstmal weiterversichert...


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BeitragVerfasst: Mo, 29 Jun, 2020 23:17 
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BenFin hat geschrieben:
vibackup hat geschrieben:
Als Arzt dauert das nach meiner Erfahrung drei-sechs Monate, je nach Anfangsenthusiasmus, bis man dahinterkommt, und dann kommt die grosse Krise.

Eins noch, was meinst Du mit diesem Satz?

Ich ging von Theresa aus, die ja wohl im Gesundheitssystem arbeiten wird.
Ich weiss nicht, wie sehr man aus der Perspektive einer Ergotherapeutin das System und dessen medizinische Qualität sehen kann, weil ich wie gesagt da keine Erfahrung habe. Aber deutsche Ärzte kriegten in der Regel nach drei-sechs Monaten die Krise (vor Corona, also), weil sie einfach aus D viel höhere Standards gewohnt sind. Du arbeitest ja wohl nicht im Gesundheitswesen, wirst daher allenfalls anekdotische Erfahrungen machen, und da steuert der Zufall sehr, ob man gute oder schlechte macht.
Was die Einschätzung eurer Sprachnivås betrifft: das klingt sehr nach "glädjekalkyl"... ich habe eine Zeit lang Ärzte, auch ausländische eingestellt und habe da eine reihe solcher Intyg gesehen... die in der Wirklichkeit nicht zu halten waren.
C2 ist im Prinzip Muttersprachlerniveau; ich lebe seit 18 Jahren in Schweden, muss mich täglich mündlich und schriftlich ausdrücken und unterrichte an der hiesigen Universität, aber dass ich durchgängig C2 hätte, das wage ich stark zu bezweifeln. In manchen Bereichen liege ich sicher deutlich niedriger (Bauwesen? Musik?...)... und ohne in Schweden gewohnt zu haben auf C1 zu kommen: Donnerwetter, entweder seid ihr beide deutlich schneller als alle Deutschen, die ich hier bisher getroffen habe oder es handelt sich um eine Überschätzung.
Aber vielleicht ist es so, falls ja: Glückwunsch
Lernt trotzdem weiter, ich lerne immer noch neue Worte dazu (ein bis zwei pro Monat).
Deine Vermutung, dass ihr in drei monaten fit for fight seid, was die Sprache betrifft, ist allerdings wieder realistisch; das schaffen die meisten Deutschen.
Nicht C1, aber oft gutes B2, würde ich sagen.
Und dass du kommunizieren kannst und Papiere verstehst, sind gute Voraussetzungen.
Was die Frage nach "wenn Corona abgeebbt ist" betrifft: das Virus wird nicht verschwinden, aber es wird, so oder so, sinkenden Einfluss auf den Alltag haben. Entweder weil es eine dauerhafte immunität gibt, dann gibt es irgendwann so wenige die sich infizieren können, dass auch dieses Coronavirus zu seinen Geschwistern gesellt und niedrigschwellig für Erkrankungen und Todesfälle sorgt oder weil wir unsere Lebensart dem infektionsrisiko anpassen... oder dass wir, wenn wir das nicht können (was ich stark bezweifele, dass der Zeitpunkt jetzt da ist) eben verschwinden.
Aber wann das ist?
Wenn es eine immunität gibt, die lebenslang dauert, dann kan D diesen Zustand nach ein-zwei Jahren erreichen... hätte schweden dass elbe Ziel wie Deutschland gehabt, hätte das wegen der schlechteren Lage 8 Jahre gedauert. Daher hat man hier einen anderen Weg gewählt mit eben mehr Toten... schwer zu sagen, wie lange das unter diesen Bedingungen dauert...
Und wenn es keine Immunität gibt, werden die Karten noch mal ganz neu gemischt...
So: guter Punkt, die Frage kann ich nicht (und vermutlich im Moment niemand) beantworten.
Und nach Corona kommt eine ökonomische Krise auch in Schweden; wie sehr, weiss auch niemand. Teilweise hängt das sicher damit zusammen, ob wir einfach nur versuchen, das wieder aufzubauen (Kohle, Flug, Auto...) was vorher schon veraltet war, oder ob wir es schaffen, die Krise als Neuorientierung zu nutzen.
Viel Erfolg!

//M

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BeitragVerfasst: Di, 30 Jun, 2020 7:01 
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Hej!

BenFin hat geschrieben:
Es geht auch nicht darum, SOFORT als legitimierte Ergotherapeutin in SE loszulegen... der Plan ist also, erstmal arbeiten, gerne im Gesundheitswesen, aber auch etwas anderes, weiter in SE Sprachkurse machen, und dann die Legitimation beantragen...


Gut, dass ihr flexibel seid! Die Legitimation würde ich jetzt schon beantragen, da es mehrere Monate dauern kann, und ohne diese geht halt in Schweden nicht viel.

BenFin hat geschrieben:
Zum Thema KV:
Hast Du dann Deinen "Wohnsitz" in DE behalten, oder bist Du nach Schweden, hast Dich dort angemeldet, und in DE abgemeldet? Das ist nämlich bei uns genau der Punkt...


Genau, bei mir wars kompliziert, da ich vorher 8 Jahre in NL gewohnt habe, musste also erst den Wohnsitz ummelden (zu meinen Eltern) und mich dann in die GKV zwängen, bin mit meinen 2 Koffern nach Schweden, hab hier eine Whg gesucht und personnr beantragt und mich dann in Dt. abgemeldet.

BenFin hat geschrieben:
Wenn Du nach 6 Monaten einen Job hattest, musstest Du bei Einreise ja eben dieses S1 (?) Formular vorlegen... uns sagt aber die AOK, wenn Theresa ihren Wohnsitz in DE abmeldet, stellen sie zwar das Dokument aus, aber dann sind die Leistungen sehr beschnitten... sprich eigentlich nur Unfälle, Notfälle, sonst nix...


Die Info zu den "beschränkten Leistungen" scheint nicht ganz falsch zu sein, ev nur komisch formuliert, denn hier gibts z.B. keine Vergütung beim Zahnarzt, Augenarzt auf Überweisung (ansonsten macht man vieles beim Optiker), ET/ PT über landsting (also steuerfinanziert) usw. Und beim Hausarzt zahlt man seine ca 200 SEK (je nach landsting) bis zur frikort.

Viele Grüße
Saja


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