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BeitragVerfasst: Do, 09 Dez, 2010 13:27 
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Teil II der "Relax-Herren-Angeltour 2010"


23. 09.
Vom „Fischen am unteren Ende“, von „bedrohlicher Wanderung“, von „wasserdichten Wathosen“ und „versöhnlichen Abenden“...

Ordentliches Frühstück muss sein! :YYBP: Danach ist das Fischen eine tolle Nebensache beim Bewegen in dieser herrlichen Landschaft - und das Fangen von Fischen ist auch kein „Muss“ auf unserem Zettel. :perfekt: Ich denke, dass uns diese Einstellung die richtige Richtung für diesen Trip gegeben hat…
Apropos „richtige Richtung“…

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Gegen 09:00 Uhr brachen wir, nachdem die Ruten entsprechend präpariert waren, auf, um am unteren Ende des Emån/der Vereinsstrecke (Kullbergsströmmen u. Oxeholmarna) zu fischen. Sie ist landschaftlich atemberaubend :YYAX: . Wir fuhren mit dem Auto bis zum Ende des Weges, parkten im großen Wendeplatz und schlugen uns dann gute 400 m in Richtung Westen, durch das unwegsame Unterholz.

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Nach gefühltem 40-minütigem Fußweg standen wir also am wunderschönen Ufer und waren schon einmal, bedingt durch die Außentemperaturen, die dicken Neoprenwathosen und der übrigen Ausrüstung, mächtig durchgeschwitzt :humpel: . Sofort teilten wir uns am Ufer auf und schon flogen die Köder.

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Intensiv und zunächst ohne Pause versuchten wir unser Angelglück. Nach einer Stunde – die erste Auszeit. Einfach mal Hinsetzen und die Natur genießen. Das ist ein „Muss“ auf meinem persönlichen Zettel, damit man – trotz aller Intensität beim Fischen – nicht das Auge für das Drumherum verliert :yyheil2: .

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Welch ein Genuss, dem über uns kreisenden Fischadler zuzusehen. Mit einem tiefen Seufzer gehe ich nach einer Weile wieder ans Werk. Da! Zack! Ein großer Barsch stürzt sich auf meinen sehr großen Wobbler. Der erste Fisch(?) - dachte ich so. Verfluchte Axt! Da steigt der Bursche kurz vor dem Landen aus dem Heckdrilling aus :YYBA: . Hat ganz schön gekämpft, der dicke Brummer – und hatte sich die Freiheit verdient :cool!: . Gut – Barsche waren nicht unsere Zielfische und unsere Angelruten waren eher auf große Hechte ausgelegt. Keineswegs war ich sauer, einen guten Fisch verloren zu haben :YYAV: . Also – was gut war, kommt wieder. Weiter!

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Auch Willi unterbrach seine Pause am Ufer und ich konnte seine Ausdauer bewundern, bei dem Versuch, einen großen Baumfisch zu landen :YYAM: . Roland hatte sich unterdessen gute 500m weiter Stromauf, durch eine Schilfbank hindurch, ans Ufer heran gearbeitet. Er hatte seine (Jagd)Mütze umgekrempelt, sodass das innere, signalorange Futter, leuchtend über das Schilf hinweg strahlte. „Es gibt hier Wildschweine, die hier im Schilf einige Ruhebänke haben“ - so Roland später :pir: . So fischten wir – jeder für sich und Gott für uns alle – noch eine weitere Stunde vor uns hin. Fisch? Nööö - Dunkeltuten!
Wir sammelten uns und waren der Meinung es an einer anderen Stelle, dem Smedrum-Abschnitt zu versuchen.
Also – mal eben zum Auto zurück … Aus diesem „mal eben zum Auto zurück, wurde eine echte und beinahe gefährliche Odyssee, die fast zwei Stunden andauern sollte :shock: . Ich meine, wer das Småländische Unterholz, deutlich abseits aller Wege kennt, der kann in etwa erahnen, was nun folgte. Ich, den anderen voran, marschierte anstatt in Richtung Osten, nach Nord-Ost :oops: . So verfehlten wir den Weg, auf dem wir gekommen waren. Weder die Schotterpiste, auf der wir mit dem Auto hierher kamen, noch der Wendehammer wurde nach einer halben Stunde kraxeln, kriechen und Wandern, gequert. Hmm – wohl verrannt :YYBP: . Beratend und mit der Armbanduhr die Himmelsrichtung feststellend, kam auf Drängen von Roland und Willi der Vorschlag, die Richtung zu ändern und in einem breiten Abstand zueinander (ca.100m), neu anzusetzen. Ab und zu rufend, vergewisserten wir uns der Anwesenheit Aller :weifa: . Die Körpertemperatur stieg in den Wathosen immer weiter, der Mund wurde trocken, die Geländebeschaffenheit unerbittlich. Rumms! – Schnauzenflieger – Aufraffen – weiter – Morast – Schnauzenflieger – steiler Anstieg - puuh…. Der Flüssigkeitsverlust war immens sprich…Dehydrierung drohte. Die mangelnde Kondition tat ihr übriges und dann…
„Ich brauch `ne Pause von 15 Minuten und gehe jetzt keinen Schritt weiter“ – so Roland :weifa: :weifa: . Hatte er doch die dickste Wathose von uns an – und obendrein auch noch mit Gummistiefelschaft :triller: . Recht hatte er. Alle waren wir, mit hochroten Köpfen, sichtlich gezeichnet von einer echten Strapaze :triller: . Auf der kleinen Lichtung, die relativ moorig war, standen Grasbüschel, so hoch wie Barhocker, auf die wir uns setzten. Ich bemerkte ein sofortiges Anschwellen meiner Beine und stand sofort wieder auf. Wissend, dass man kaum noch auf die Beine kommt, wenn dieser Zustand erst eingetreten ist. Mich packte mich das schlechte Gewissen :yyheil2: . Hatte ich doch die Kameraden in diese Situation gebracht. „So Jungs – nix da bei mir mit Pause! Ihr bleibt hier und ich gehe weiter stumpf in Richtung Westen. Entweder treffe ich hierbei auf die Schotterpiste, weil wir sie im Norden verpasst haben oder ich treffe letztendlich auf den Fluss, um neu anzusetzen – die Rufnähe versuche ich beizubehalten!“ - so setzte ich den Weg fort. Ob man es glaubt oder nicht – nach nur knapp 100 Metern, am Ende der Lichtung, auf der Willi und Roland noch saßen, befand sich eine Böschung auf die ich stieg - … Der Weg zum Auto! Erlösung! Nur 300 m vom Fahrzeug entfernt, betrat ich die Schotterpiste, auf der wir gekommen waren :YYAA: . Sofort holte ich das Auto, denn darin hatten wir Getränke, Obst und einige Rauchenden (salziges) :YYAH: :yyca: .
Sichtlich erleichtert, „leckten“ wir erstmal unsere Wunden.

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Dann stiegen wir ins Auto und fuhren nicht zum neuen Flussabschnitt, sondern zum Camp zurück. Pause war angesagt, eine kräftige Mahlzeit, viele Getränke und ein kleines Nickerchen :YYBP: .
Was nimmt man mit, aus dieser beinahe gefährlichen Situation? Roland, Willi und ich nahmen es mit Humor (wohl wissend, um das eher glückliche Ende) und waren einhellig der Meinung: Unsere Wathosen sind absolut wasserdicht – die lassen nix raus! :YYAT: :YYAR: :YYBB: :grohl:

Nun – zufrieden konnten wir ja mit dem bis hierher erzielten Angelergebnis nicht sein :YYAU: . Also wurde gegen Abend die Ausrüstung wieder angelegt, um am für mich schönsten Flussabschnitt, dem Backen, nochmals 2 Stündchen zu fischen. Bis in die Dunkelheit haben wir alles gegeben, um vielleicht doch noch einen Biss zu erhaschen. Nööö – wieder Dunkeltuten :YYAK: . Allerdings wurden wir mit einzigartigen Bildern aus der Natur verwöhnt :sflagge: .

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So nahm der Tag ein zwar Fischloses, aaaber versöhnliches Ende. Nach einem TEE im Camp – können auch zwei gewesen sein – war schon um 21:20 Uhr Zapfenstreich…Nee – wirklich! Wir lagen da tatsächlich schon im Bettchen.
Hmmm…
Da war es wieder. Irgendwo hinten links in unserer Stuga – das Sägewerk :YYAY: .


24.09.
Vom „Nebel des Grauens“ in Oskarshamn, von „traumhaften Seen ohne Fisch“, von „Ruderbooten mit Atomantrieb“ und von „krausen Glucken“…


Uuuaaah – wo bin ich :YYAK: ? Leises Holzdielenknarren weckt mich. Willi schleicht sich aus dem Bettchen. Der Blick auf die Uhr verrät, dass es schon 06:20 Uhr ist. Zeitgleich wird auch Roland wach. „Himmel hilf“ – da haben wir aber lange geschlafen. Muss wohl am anstrengenden Vortag gelegen haben :YYBP: . Es ist Freitag und auf dem Programm steht vormittags ein Einkauf in Oskarshamn und ab Mittag, ein paar Stunden Fischen im Skiren. Der Skiren ist einer von mehreren Seen, die vom FSK Fliseryd bewirtschaftet werden und somit zu den Vereinsgewässern zählen. Er ist relativ flach und hat einen sehr guten Forellen- und Barschbestand. Mehrere Forellen von bis zu 3,5 Kilogramm hatte ich hier schon in der Vergangenheit gefangen. Der Verein stellt mit der Angellizenz auch kostenfreie Ruderboote zur Verfügung :perfekt: . Vorfreude prägt den Morgen. Allerdings – ob sich der extrem dichte Nebel wohl bis zum Angelbeginn legt? Tatsächlich konnte man die Hand vor Augen nicht sehen. Sichtweiten von unter 30 Metern veranlassten Roland zu Optimismus: „ Ach Leude – bis wir vom Einkauf zurück und auf dem Wasser sind, ist der Spuk vorbei und die Sonne kommt durch!“ „Na (?) – dein Wort in Gottes Ohr“, so oder ähnlich unsere Äußerungen. Heute zum Abendessen kommt Åke als Gast und wir hatten die Zutaten zu einem deftigen Goulasch auf dem Einkaufzettel. Also – auf geht’s nach Oskarshamn, aaaber ganz langsam, denn die Sichtweite – mein lieber Scholli :shock: ! Unter angestrengter Nutzung aller Sinne :triller: :YYAZ: , brachten wir die 27 Kilometer hinter uns und suchten im Innenstadtbereich einen Parkplatz. Viel war noch nicht los, denn wir waren schon kurz vor den Ladenöffnungszeiten vor Ort. Dass die Stadt erst langsam zum Leben erwachte, muss wohl auch am dichten Nebel gelegen haben. Gespenstisch und schaurig kam sie daher, die Innenstadt. Nicht einmal die gegenüberliegende Häuserzeile am Marktplatz war durch den Nebel des Grauens zu erkennen. An Sightseeing nicht zu denken :YYAU: . Vielmehr eine echte Filmkulisse für einen Gruselschocker :mrgreen: .
In einer Einkaufspassage hatte schon ein Discounter geöffnet und schnell ging es zur Sache. Wollten wir doch zum Angelabschluss unserer Tour, schnell aufs Wasser :mrgreen: . Ohne Umwege dann die Sachen ins Auto und zurück. Und? Tatsächlich…der Nebel lichtete sich langsam, denn feststellbar, wurde die Sicht, im Gegensatz zur Hinfahrt, ein wenig besser. Schon beim anschließenden Vorbereiten des Angelgeräts im Camp konnte man eine helle, matte Scheibe am Himmel erkennen. Sollte Roland Recht behalten? :grübel:

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„So - Männer aus Flake. Das mit dem Fisch muss nun klappen!“ – spornte uns Willi beim Aufklaren der Ruderboote an. Heute und hier muss es doch Funzen mit dem Fisch! Dies war unsere Einstellung, als Roland und Willi in dem einen, und ich im anderen Boot saß. Wie die Wikingerboote zu den Überfällen einst, ruderten wir im Nebel los.

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Schleppen war angesagt und unsere Wege trennten sich auf dem See. Einfach nur absolute Stille, die lediglich vom Wassergeplätscher der Ruder unterbrochen wurde. Ein Hauch von Brise tat sich auf und ließ den Nebel, bei steigender Temperatur rasch gänzlich verschwinden. Blauer Himmel und Sonne pur – nur – kein Fisch :YYAV:.

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Erstmal Köderwechsel, dann die Jacke ausziehen und später noch den Pullover. Naja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und bei der nächsten Runde in dieser Bucht da drüben beißt es vielleicht?

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Mein nahezu grenzenloser Optimismus schlägt zunächst langsam in Skepsis um. Roland und Willi kamen ein Stück näher und wir erkundigten einander der Angelergebnisse. Kopfschütteln in beiden Booten, also… nächste Runde. Bewusst diesen traumhaften See wahrnehmend, ließ ich gedanklich mal die letzten Tage Revue passieren und kam zu dem Schluss, dass wir in den paar Tagen, eine ganze Menge Pilze gegessen haben – trotz Tschernobyl :grübel2: . Mensch, wenn der Rudi aus unserem Forum wüsste(?) – lachte ich in mich hinein. Vielleicht war das ja auch die Erklärung dafür, dass ich meine Rückenschmerzen vom fremden Bett gar nicht spürte, weil mein Ruderboot ja sozusagen echten „Atomantrieb“ hatte? :YYBB: Bei den rauhen Mengen Pilze, die wir intus hatten, hätte man bestimmt aus unserem Schweiß eine Nachfüllpackung für Knicklichter herstellen können :lool* . Oder uns Drei zu den Ruderweltmeisterschaften anmelden können – hmm – nee – da wären wir wegen Doping rausgeflogen. Tja – völlig „verstrahlt“ diese Bagage. Uuuund noch `ne Runde :grohl: .

In der felsigen Nordwestecke des Sees hatte ich immer Fisch – das Ziel anvisiert und ab dafür. Im gegenüberliegenden Nordosteck des Sees, sah ich Willi und Roland anlanden und aus dem Boot klettern. Da muss bestimmt jemand aus der Hose – dachte ich. Mal die Beine vertreten ist bestimmt nicht verkehrt(?) und selbst ging ich am gegenüberliegenden Ufer, mit einer leichten Spinnrute „bewaffnet“, ebenfalls an Land. Hier und da ein paar Würfe zwischen die Felsen, genau dort, wo ich in der Vergangenheit schon gute Fische erwischt hatte. Nöö – Nüscht :YYAK: .
Die Zeit verging wie im Fluge und langsam dümpelten wir zum Ausgangspunkt unserer schwedischen Rudermeisterschaft zurück. Der Münster- u. Heideländer Zweier (ohne Steuermann), legte als Erster an und ich versuchte mein Glück noch mal an einer in der Nähe liegenden Steinpackung. Dort jagten ein paar Barsche, aber auch die waren vom gut platzierten Köder nicht zu überzeugen. Also – Schluss damit, anlegen und raus mit der Ausrüstung aus dem Boot.

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Willi, der unterdessen schon mal im Wald verschwand kam mit einem merkwürdigen Ding in den Händen wieder. „ Ist das `ne >krause Glucke<, Roland?“ – fragte er :lupe: . Wir hatten doch erst am Vorabend mit Roland über diesen seltenen und wie ein Schwamm aussehenden Pilz geplaudert. Und da war dann einer – und was für ein Großer, den Willi da in seinen Händen hielt :shock: . Außerdem sah ich doch noch am Steg einem Fliespullover liegen, der gefüllt mit Pilze verschiedener Sorten, als Tasche zweckentfremdet wurde. Hatten die Beiden bei ihrem Landgang vorhin, doch schon wieder Pilze gesammelt – diese Lümmel :lol: .

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Wenn schon wieder kein Fisch, dann wenigstens ein anderes Naturprodukt, so die Meinung beim Verstauen der Ausrüstung im Auto. Gegen 16:00 Uhr nahm ich dann im Vereinsheim die Küche in Beschlag, um das Goulasch vorzubereiten. Die Pilze waren für den Folgetag bestimmt worden und auf einer Zeitung ausgebreitet. Pünktlich um 18:00 Uhr traf zu meiner Überraschung Åke, unser Gast ein. Ohne Spruch :YYBP: – einer der wenigen, pünktlichen Schweden, den ich kenne. Völlig außer Atem von den drei Stufen die ins Vereinsheim führen, knallte sich der sehr schwer Asthmakranke erstmal eine Megadosis aus seinem Inhalator in den Kopf. Junge Junge – der arme Kerl pfiff aus dem allerletzten Loch, wobei ich bei dieser Geräuschkulisse gleich gedanklich wieder die Augsburger Puppenkiste sah – Emma nämlich, die Lok von Lukas – die pfiff genau so wie Åke : :wink: . Beim Essen setzten wir dann noch einen obendrauf :yyca: – aus Versehen natürlich :yyheil2: … Roland hatte eine Flasche Ratzeputz im Gepäck, die zur Feier des Tages geköpft werden sollte und schenkte ein :mrgreen: . Klar! Warnend natürlich! Als Åke diesen nach Odol schmeckenden, hochprozentig scharfen Schnaps hinunterspülte, dachte ich…jetzt brauch er einen Notarzt. Meine Herren – waren das Gesichtszüge – und die Augengröße erstmal… :grohl: :YYBB: :lool*
Man kann sich vorstellen, dass er das Folgeangebot, nach einem zweiten Schnaps, dankend ablehnte (und das bei einem echten Schweden). Jaja – ich weis ich weis – darüber macht man sich nicht lustig. Aber in Wahrheit habe ich mich aus der Situation heraus echt abgerollt :oops: .
Der Abend ging in gemütlicher Runde zu Ende. Åke verabschiedete sich mit dem Hinweis, dass wir jederzeit wiederkommen dürften, war dies doch unser letzter Angeltag. Und das mit dem Schnaps kann also auch nicht so schlimm gewesen sein :triller: . Wir dezimierten noch ein wenig das Fahrzeuggewicht, indem wir einiges von der TEE-Zuladung vernichteten. War doch am nächsten Morgen, für 10:00 Uhr die Abfahrtszeit festgelegt. Gegen Mitternacht gingen dann auch Willi und ich zu Bett. Roland hatte sich ein wenig früher verabschiedet, um nochmals mit der Heimat in Verbindung zu treten.

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Ganz weit weg meine ich später noch das Sägewerk gehört zu haben – Ganz sicher bin ich mir aber nicht…Meine Gedanken kreisten wohl um den fischlosen Abschluss des Angelkapitels dieser schönen Tour, als ich… schzzzzzzssschhh :YYBJ:

25.09. Von „Kommunikation mit Onkel Tomtom“, von echtem „Abenteuer“, von „Kunst & Kultur“, von „Fahrzeugreparaturen“ und „Überraschungen, die keine sind“…

Es ist 06:20 Uhr, als wir uns aus den Federn schälen. Draußen alles diesig. Was soll’s – heute ist kein Angeltag mehr, sondern Abreise auf dem Plan. Also muss ein gutes Frühstück her :YYBP: . Während Willi und ich nach dem Duschen die Stuga aufklarten, gab Roland in der Küche alles. Na – was es wohl geheimnisvolles gab? Pilze mit geräuchertem Speck, Zwiebeln und darüber Rührei! – was sonst? :triller: War wirklich köstlich – auch die strubbelige Hänne - oder krause Glucke - oder wie das Ding hieß :YYAB: . Gemütlich gingen wir in großer Frühstücksrunde sitzend den Tag an, bevor ich dann die Katze aus dem Sack ließ. Während der Gesamtdauer der Tour, ließ ich die Kameraden im Unklaren darüber, was denn die Überraschung sei, die heute auf dem Plan stand. „Willi, Roland! – wir fahren heute zu Sabine nach Urshult und bleiben dort für eine Nacht“. „Ach nee – da wären wir bestimmt nicht drauf gekommen“ – schallte es mir mit ironischem Unterton, wie aus einer Kehle, entgegen. Breites Grinsen war auf den Gesichtern zu sehen, als ich erklärte, dass es eigentlich so geplant war, dass Roffe (Sabines Männe) ursprünglich zu uns nach Fliseryd zum Angeln kommen und ein paar Tage bei uns bleiben sollte :mrgreen: . Aus beruflichen Gründen klappte es bei Roffe leider nicht. Mir blieb die Erkenntnis, dass die Überraschung keine war, jedoch die Freude bei allen sehr groß war, einen schönen Abend bei Sabine und Roffe zu verbringen :YYAA: . Einen besseren Abschluss kann es bei einer solchen Tour nicht geben :perfekt: .
Es ist 10:01 Uhr…Die Unterkünfte sind gereinigt und an Åke übergeben. Die Klamotten sind verstaut, ich sitze auf dem Pilotensitz. Roland Co-Pilotiert zu meiner Rechten und Willi, der Navigator, kämpft mit Onkel Tomtom. Onkel Tomtom erweist sich heute als sehr gesprächig und sehr kommunikativ, als Willi die kürzeste Strecke nach Urshult befahl. Der dusselige Automat stellte plötzlich dämliche Rückfragen und gab zur Freude Aller, merkwürdige Kommentare ab :shock: . „Oh warte, Bürschchen!“- so Willi :yyrübe2: .
"Tommy" gab den Hinweis, dass es sich bei der Wegeauswahl, auch um nicht befestigte Wege handle, wenn wir die kürzeste, eingegebene Verbindung fahren möchten. „Ja, du Dämlack – das wollen wir“ – so Willi wieder und quittierte mit „Ja“ bei der Eingabe. Dann die Krönung… „Möchten Sie das wirklich?“ – so Onkel Tomtom. Wir Drei im Chor…“JAAAA! So wahr uns Gott helfe“ :YYAR: .
So begann ein wirkliches, unvergessliches Fahrtabenteuer, quer durch Smålands Wälder über Waldwege, die so große Schlaglöcher hatten, dass man in ihnen einen VW-Bus hätte versenken können :YYAM: . Weder private Vorgärten, Feldwege, noch Bauernhöfe wurden von Onkel Tomtom ausgelassen, nur um 200 m Umweg zu sparen :yyheil2: . In den tiefsten Wäldern dann der absolute Knüller: Vier üble Schotterpisten, auf denen man auch noch ein Geschwindigkeitsbeschränkungsschild (70 Km/h!!!!) aufgestellt hatte, trafen mitten im Nirwana aufeinander und mündeten in einem riesigen Rondell (Kreisverkehr!) :YYAM: :achso2: . Mal abgesehen von der Tatsache, das wenn man hätte versuchen zu wollen, hier die erlaubten 70 Km/h zu fahren, man garantiert seine Achsen auf dem Weg verteilt hätte. Vor lauter Lachen liefen mir die Tränen :YYAT: . Was für ein Rally-Abenteuer :dhoch: :cool!: .

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Roland wollte gerne über die Glasereien in Målerås nach Urshult und ich wollte unbedingt nach Kosta Glasbruck :YYBP: . Also war klar, dass wir beide Stationen, in Sachen Kunst & Kultur, mitnehmen mussten :sflagge: .
Wenn auch unglaublich, wies uns Tommy den richtigen Weg und zielsicher erreichten wir die erste Glasgalerie. Ich sag nur… wunderschön die Glasereien, die sich hier in Malerås, aufs Gravieren spezialisiert haben und immer einen Besuch wert sind :bravo: . Auch der Weg nach Kosta musste der kürzeste sein, hatten wir doch bis hierher schon so herzhaft gelacht. So donnerten wir wieder, um einiges an Glasgepäck beschwert, weiter. Mitten durch die Wälder. Naja - eine Schießbahn der schwedischen Panzertruppe haben wir dann doch lieber umfahren, um nicht als bewegliches Ziel zu enden, denn schließlich nutzen die Schweden den Stridsvagn 122 (sprich den dt. Kampfpanzer Leopard II A5 -> mein ehem. Arbeitsgerät) und der trifft für gewönlich :YYBP: . Später dann - Zack! Punktlandung auf dem Parkplatz in Kosta :dhoch: . Wenn ich also den Weg von Målerås nach Kosta beschreiben sollte, träfe da nur die Formulierung …“Von hinten durch die Brust ins Auge“ zu. Drei Mann an Bord, Gepäck für/von 10 Tagen dabei und dann das ganze Glas…nee, der Nissan muss noch ein bisschen tiefer – also raus mit dem leichten Geld und rein das chwere Glas aus Kosta. Eine Besichtigung der Produktionshallen und der Ausstellungsräume muss aber auch noch sein. Logisch! :mrgreen:
Guckst du hier:

Målerås: Besuch in Målerås und Kosta Boda Glasbruck.ppt [3.82 MiB]
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Kosta: Besuch in Boda Glasbruck.ppt [7.14 MiB]
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Erst mit einer einstündigen Verspätung ging es weiter zu Sabine. Telefonisch kündigte ich unseren Besuch, wie verabredet, an. In diesem Gespräch kam gleich ein Notruf von Sabine…“Bitte bring mir einen Keilriemen für mein Auto mit!“ Hmm - welch eine Aufgabe, so mitten im Wald fahrend, denn Tommy führte uns wieder querfeldein :denk: . Wenig später aber, in Tingsryd angekommen, haben wir uns gleich auf die Suche nach einem passenden Keilriemen gemacht. Nur …. es war Samstag, deutlich nach 14:00 Uhr, Nebensaison und die Geschäfte hatten bereits geschlossen. Einheimische, die ich fragte, schüttelten nur den Kopf und sagten: „Heute? – auf einem Samstag? – um 14:50 Uhr? …keine Chance! Tja – nix war mit Keilriemen, also Abfahrt - ohne Keilriemen - nach Urshult :drunter2: . Eine Fahrzeugreparatur, die ich als kleines Dankeschön gerne für Sabine durchgeführt hätte, fiel somit aus :YYAJ: . Bei Sabine angekommen, bogen wir in die Auffahrt ein… Nanu(?) – weißer VW-Bus? Und noch mehr Autos? Skibby mit Tochter, die gerade ihre Nordkap-Reise hinter sich gebracht hatte und ein weiterer netter Nachbar, begrüßten uns neben Sabine und Roffe, sowie auch die Kinder und Hund Gunnar.

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Wie immer bei Sabine, ging es auch hier nach dem Motto: Hütte voll – toll, Hütte voller – noch toller :YYBP: . Obwohl ich es angekündigt hatte und wir keine Umstände bereiten wollten, gab Roffe und Sabine ein Abendessen, das Seinesgleichen sucht :dhoch: .

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Gute Gespräche, Plaudereien über unsere Tourerlebnisse, ein kleines Blaskonzert von Roland u.v.m. schafften, wie auch die schön eingedeckte Tafel, einen gemütlichen Rahmen. Bei Wein, exzellenter Küche und später auch etwas „härteren“ Getränken, grenzte dieser wunderschöne Abschlussabend unserer Tour, echt an Völlerei (pfui – wir Sünder). Hier nochmals ein riesiges Dankeschön an Sabine und Roffe, die uns für eine Nacht aufgenommen und überdies, hervorragend bewirtet haben :hey: .

Zu viel zu später Stunde, gegen Mitternacht nämlich, wankte ich nahe dem Tode durch Platzen, in mein mir zugewiesenes Bettchen :weifa: . Ich teilte mir mit Roland, der schon leicht angeschossen eine Stunde vor mir die Segel strich, die Präsidentensuite, während dessen Willi die Schlafcouch im ersten Stock des Hauses in Beschlag zu nehmen hatte.

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Beim Abwandern ins Bettchen standen Willi, Sabine und ich noch ein Weilchen vor der Tür, legten das Wecken für 04:45 Uhr und die Abfahrt für 06:00 Uhr fest. Logisch – wir brachten auch dabei ein Rauchopfer dar und unterhielten uns noch kurz über „Amazonen“ (Insider) :mrgreen: :triller: .
In der Suite angekommen, stellte ich fest: "Ha!" – da isses ja – das Sägewerk, allerdings heute wahrscheinlich nur mit Laubsägearbeiten beschäftigt. Raspel-Raspel… :YYBM:



26.09. Vom „aufreibenden Kampf gegen sich selbst“, von „beharrlichen Elchen“, von „Schockzuständen“, von „Häuptling Galopping Horse“ und „Frauenabwehrbrötchen“…


Die Uhr zeigte erst 03:40 Uhr, als ich mit Schmerzen wach wurde :yycg: . Schön muckelig warm das Bettchen und deswegen will ich auch nicht meiner überfüllten Blase gehorchen, die für den Schmerz verantwortlich ist. Ich unterdrücke den Drang so gut es geht und döse so vor mich hin. Mal links mal rechts… Mist! Ausstrecken geht nicht, dann gibt’s `ne Katastrophe. Nein! – ich will nicht :YYAW: . An Schlaf ist nicht zu denken, auch, weil sich Roland steigernd ,wohl gerade als Holzfäller im Sahara Forrest gütlich tut. Ja – und meine Blase gibt mir den Rest. Ich kämpfe hart gegen mich selbst, als plötzlich Roland mit seinem nächtlichen Arbeitseinsatz fertig zu sein scheint. Er springt aus der Kiste und setzt zu einer Pipipause an. Na, dann nix wie raus hier und für die bitter nötige Entspannung sorgen. Puh, das war wie Weihnacht und Ostern an einem Tag, - aber der Bauch tat nun weh – ich Hornochse :YYBO: . Ist wohl was dran, an dem Spruch: Es gibt auf Erden kein größer Leid, als das, was sich der Mensch so selbst angedeiht :YYBA: .
Windig und nasskalt war es da draußen. Ganz so, wie ich es geahnt hatte- und an Schlaf war jetzt auch nicht mehr zu denken. Also wühlte ich noch fast eine Stunde im Bett herum. Viiiep – Viiiep – Viiiep vernehme ich um 04:45 Uhr, als mir gerade die Augen zufallen. Ich könnte Amok laufen, Schei…der Wecker holt uns mehr als erbarmungslos aus dem – sagen wir mal …Schlaf :wut: . Ruckzuck aufgestanden, das "Holzfällercamp" geräumt und dann fix einen Blick zum Haus riskiert. Jo – Sabine war schon wach, denn es brannte Licht im Haus :perfekt: . Also Waschzeug unterm Arm und das Bad in Beschlag genommen. Katzenwäsche reicht! Geduscht wird nachher auf dem Schiff – geht ja schon um 10:00 Uhr los. Sabine, besorgt um unser Wohl, bestand auf ein gemeinsames Frühstück und so hatte ich dann schon einen Kaffee, während dessen Willi und Roland das Bad benutzten.
Noch das ein oder andere Schwätzchen zu früher Morgenstunde und gnadenlos rennt die Uhr in Richtung 6. Zeit sich zu verabschieden. Roffe liegt noch und arbeitet an seinen leichten Ausfallerscheinungen, des von ihm selbst gestalteten Abends :triller: :weifa: . Schweren Herzens und winkend das Anwesen verlassend, durchschießt mich plötzlich der Gedanke, wann wir uns wohl wieder sehen? Ist diesmal ja noch sooo lange hin, bis zum nächsten Sommerurlaub :YYAJ: :-( .
Mit Roland zur Rechten, Onkel Tomtom vorn auf der Ablage und Willi hinten, der sich sofort seiner Fakir-Faltnummer zuwandte, um nochmals eine Schlafposition zu finden, pilotierte ich, das Navi ignorierend, der E22 und somit Trelleborg entgegen.

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Zwischen Norje Boke und Sölvesborg noch drei Elchen (die Einzigen, während der Tour), die sich beharrlich in der Morgendämmerung und bei völlig diesigem Wetter herausgetraut hatten, gewunken und nix wie durchgehämmert. Das Einchecken im Hafen verlief, wie immer dort, ohne Probleme :perfekt: . Gerade aus dem Auto gestiegen, klingelte Willis Handy. An seinen Gesichtszügen konnte ich erkennen, dass da etwas nicht stimmt :shock: . Hoffentlich nichts Schlimmes, dachte ich. „In der Auffahrt, wo unser Auto stand?“ - hörte ich Willi fragend :| . Dabei nestelte er, einem Schockzustand nahe, an seinen Taschen herum. „Kann doch gar nicht sein?“ – aus der fahlen Gesichtsfarbe wurde ein rotes, dann aber wieder ein lachendes Gesicht. „Gut – dann machen wir das per Post – danke Sabine.“ :YYBP:
Willi hatte seine Geldbörse auf Sabines Grundstücksauffahrt verloren. Sie war vermutlich beim Ein-/Umladen am Morgen heraus gefallen –Yepp…klar doch – mit allem was da so bei Männern drin ist. Ausweise, Knete, Kreditkarten, das volle Programm halt :wink: . Aber auch das war kein Beinbruch und so gingen wir, Murphi`s Law hinnehmend, an Bord.

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Schließlich hatte man sich ja auf einen schnellen Postversand geeinigt. Nach dem Duschen ging es zügig in die Falle, denn ich hatte ja eine ausgesprochen „schöne Nacht“ hinter mir :YYAO: . Schnell war ich eingeschlafen. Später dann, wollten wir uns eine kräftige Mahlzeit gönnen. Also rein ins Bordrestaurant und am Mittagsbuffet gespinxt :lupe: , was denn so alles aufgefahren war. „Oh prima!“ – auch Rinderbraten, von dem wir alle eine Portion nahmen. Am Tisch beim essen dann… hmm – fragende Blicke in allen Gesichtern :YYAK: . Willi brachte es auf den Punkt… :YYBG: “der Bulle, von dem das Fleisch stammte, musste wohl noch von Häuptling Galopping Horse selbst eingeritten worden sein“. Kurzes Gelächter, aber der Hunger trieb es rein und so bissen wir uns, die Kaumuskeln marternd, da durch :yyca: . Auf Deck war es ungemütlich, zwar kein Regen, aber fast null Sicht.

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Der Wind aus Ost nahm ständig zu und schaffte es bis zur Ankunft in Travemünde nicht, das diesige Wetter aufzureißen :YYAV: . Gegen 18:30 Uhr kaum vom Schiff runter, begrüßte uns good old Germany mit Dauerregen :belei: .

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Immer noch Hunger verspürend, hatten wir uns schon noch auf dem Schiff darauf geeinigt, einen Zwischenstop in Hamburg-Rahlsted einzulegen. Dort gibt es nämlich – und das bitte ich als echten Tipp zu werten – eine Filiale der „Crazy Croque“- Kette, die hervorragend belegte Croques anbieten :perfekt: :dflagge: . Ich kehre dort nun seit 25 Jahren ein, mache eine Pause und gönne mir immer ein Thunfischcroque mit Knoblauchremoulade, dessen Genuss dafür sorgt, dass dich garantiert keine Frau küssen will :triller: . Selbst in einem voll besetzten Fahrstuhl hätte man sofort Platz. Also taten wir es meiner „Tradition“ gleich und machten uns über ein solches „Frauenabwehrbrötchen“ her. Gute Portion, fairer Preis und nicht zuviel, um eine längere Autofahrt fortzusetzen :dhoch: .
Längere Autofahrt? Nöö – schon in Bremen-Oyten mussten wir ja „uns Emaster“ wieder an seine Familie übergeben. Also nix wie raus aus dem Baustellenmartyrium der A1 und am Treffpunkt „Daisy`s Diner“ noch ein viertel Stündchen geplaudert, bis die Roland-Familie eintraf.
Begrüßung, Umladen von Rolands Gepäck, Verabschiedung – zack! Das war`s. :YYBH: :cry:
Das war`s? Ja! Unweigerlich gingen eigentlich schon hier 10 wunderschöne Tage zu ende. Unsere „Herrenrunde“ löste sich auf :YYAJ: . Schade eigentlich, waren unsere Gedanken und Gespräche von Willi und mir, während der Weiterfahrt noch voll in Schweden und bei Roland. Ob er schon zuhause ist? Nach etwas mehr, als die zwei weitere Stunden andauernde Regenfahrt, erreichten wir auch wieder, das in Nebel und Dunst getauchte Münsterland. Freudig und herzlich war die nächtliche Begrüßung in Willis Heim. Petra servierte sofort Kaffee und man klönte, die Zeit völlig vergessend, noch ein ganzes Weilchen, bevor dann auch mein Gepäck, in meinen dort vor Ort gelassenen Bulli, landete. Registrierend, dass diese schöne Tour nun ein Ende erreicht hat, verabschiedete ich mich am 27.09., um 01:00 Uhr von Willi und seiner Familie und schaukelte n meinem Bulli, noch ein weiteres Stündchen lang, nach Hause. Alles hat ein Ende… :-(

Lieber Roland, lieber Willi,

was bleibt von solch einer Tour? Kein Fisch? – kommt …geschenkt! Spielt doch überhaupt keine Rolle, oder? Für mich selbst? Ganz klar…Spaß, Erholung und Entspannung, die nach Wiederholung nur so brüllt :YYBP: . Alles lief völlig unkompliziert, spannungsfrei, ganz so, als hätten wir nie etwas anderes gemacht. Mit euch Zwei bis ans Ende der Welt!
Kann ich das sagen :grübel: ? Da waren wir doch schon (siehe 23.09.- unser "Waldspaziegang"! :lool* ).
Mir fällt dazu nur ein: NOCHMAAAAL! Und Dank!


Ja – Dank! Danken müssen wir unseren Frauen, die uns genehmigt hatten, gemeinsam fahren zu dürfen. Danke dir, lieber Roland, dass du dich so gegeben hast, wie du bist – ein prima Kerl! Dank auch an dich, lieber Willi, dass du dein Auto und dein Haus zur Verfügung gestellt, uns als Gäste geduldet hast und die Tour überhaupt erst in dieser Form möglich gemacht hast. Und Dank natürlich, an all unsere Gastgeber, die erheblich zum Gelingen dieser Tour beigetragen haben :cool!: :YYBC:

Schön war’s…



Sooo liebe Leser,

ich hoffe, dass ihr den kleinen Einblick in unsere Tour genossen habt und ich somit bei euch, für ein wenig Kurzweil gesorgt habe.

Kritik? ... die schenke ich euch :YYAO: :triller:

Bis dann denn

Pajas :YYAX:

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BeitragVerfasst: Mi, 29 Dez, 2010 15:45 
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Hej Värmi :YY: ,

danke für die schnelle Hilfe und Unterstützung beim Einstellen dieses Berichts :perfekt:

Vi ses

Pajas :YYAX:

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BeitragVerfasst: Mi, 29 Dez, 2010 16:57 
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hejhej Orlo :YYAC:

herrlich auch dein 2. Teil über eure tolle "Männertour". :perfekt: :perfekt: Schön, das wir virtuell dabei sein durften.

lg
Anja :YYAC:

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BeitragVerfasst: Mi, 29 Dez, 2010 16:59 
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Nur sehr schwer kann ich mich einiger hämischer Bemerkungen enthalten.
Schließlich habt ihr mich ja auch nicht gefragt ob ihr in meinem Småland in meinem Hausfluss angeln dürft. :YYAO: :YYAO: :YYAO:
Gerührt bin ich allerdings das ihr so oft an mich gedacht habt. Ich glaube aber dass ihr die gehörige Portion Tschernobyl überleben werdet. :triller:

Von solchen tollen Erlebnissen zehrt ein Mensch ja sein Leben lang.

Ach ja, Klasse Bericht. :bravo: :bravo: :bravo:


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BeitragVerfasst: Mi, 29 Dez, 2010 20:59 
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Habe erst mal den 1. Teil noch mal gelesen und dann den 2. - super toller Bericht! Danke! :perfekt:

Hexenhäuschen


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BeitragVerfasst: Mi, 29 Dez, 2010 21:44 
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:YYAX: :YYBC: Einfach ein Klassebericht und tolle Bilder - vielen vielen Dank dafür!!!
:kusshand:
Es war sooooo schön, Euch bei uns zu haben. Und du weisst ja, Roffe blüht auf, je mehr Gäste er bekochen darf!!!
Bis zum nächsten Jahr!!! Ich hoffe unser Haus wird wieder voll, voller - :-).

Grüss mir deine Liebste :-). kraaaaaaaaam
Sabine


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BeitragVerfasst: Mi, 29 Dez, 2010 23:50 
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Ein wunderbarer und kurzweilig zu lesender Bericht über Euren Herrenausflug. Das Lesen hat mir ausgesprochen Spaß gemacht und daher ein großes Lob an den Schreiberling! :YYBC:

Vielen Dank dafür
Heyden

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BeitragVerfasst: Do, 30 Dez, 2010 16:40 
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pajas hat geschrieben:

Lieber Roland, lieber Willi,

was bleibt von solch einer Tour? Kein Fisch? – kommt …geschenkt! Spielt doch überhaupt keine Rolle, oder? Für mich selbst? Ganz klar…Spaß, Erholung und Entspannung, die nach Wiederholung nur so brüllt :YYBP: . Alles lief völlig unkompliziert, spannungsfrei, ganz so, als hätten wir nie etwas anderes gemacht. Mit euch Zwei bis ans Ende der Welt!
Kann ich das sagen :grübel: ? Da waren wir doch schon (siehe 23.09.- unser "Waldspaziegang"! :lool* ).
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Ja – Dank! Danken müssen wir unseren Frauen, die uns genehmigt hatten, gemeinsam fahren zu dürfen. Danke dir, lieber Roland, dass du dich so gegeben hast, wie du bist – ein prima Kerl! Dank auch an dich, lieber Willi, dass du dein Auto und dein Haus zur Verfügung gestellt, uns als Gäste geduldet hast und die Tour überhaupt erst in dieser Form möglich gemacht hast. Und Dank natürlich, an all unsere Gastgeber, die erheblich zum Gelingen dieser Tour beigetragen haben :cool!: :YYBC:

Schön war’s…



Lieber Pajas,

ich wundere mich schon von der ersten Zeile an, dass das alles mir (uns) passiert ist :shock:

OK, die Sache mit der Angelei hab ich wohl vermasselt- die Kerle haben wohl am Grund gelegen und sich einen Wolf gelacht, wenn ich mit meiner Wathose dahergestiefelt gekommen bin :grohl:
Ja, auch die Dreisamkeit hat super funktioniert, habt ihr Beiden doch alles bis ins Kleinste vorbereitet. Das wir uns so gut verstanden haben, liegt wohl auch schon in der Sache begründet, dass wir die Forentreffen gemeinsam durchgestanden haben :YYAY:
Auch ich möchte mich bei Euch Beiden herzlich bedanken- hatte ich doch endlich mal Gelegenheit meinen Generator auf "Stand-By" zu fahren und die Akkus aufladen zu können. Ich habe schon mehrere Männertouren (jagdlich) mitgemacht, aber ich kann sagen, dass hier bei uns die Chemie definitiv gestimmt hat und ich gerne solch eine Männertour mit Euch wiederholen möchte.

Natürlich schließe ich mich den Danksagungen an Sabine, unsere anderen Gastgeber und natürlich unsere Mädels daheim an!!

Diese "Männertour" wird für mich definitiv als eine meiner besten Reiseerlebnisse haften bleiben.

Das diese Tour auch noch mit so einem genialen Reisebericht aufgearbeitet wurde, ist noch das "Tüpfelchen auf dem I". Danke, lieber Frank auch noch einmal dafür.

Viele Grüße von der Insel (Amrum)

und Allen Fories einen Guten Rutsch ins Jahr 2011

Emaster :hey:

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Der Stolz des Jägers ist sein Hund- bringt der verloren, was da wund, und jagt er, was da krank, zu Stand, so ist das Waidwerk Hand in Hand.


Es sind noch Tage bis zum 38. Bläsertreffen- Nässjö Jakthorn + Jagdhornbläsergruppe Hermannsburg-Müden in Hermannsburg


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BeitragVerfasst: Do, 30 Dez, 2010 19:44 
Kleiner Einblick??

Mööönsch Frank, einen so ausführlichen und tollen Bericht habe ich hier (neben den Tourberichten von Dirk) noch nie gelesen.
Ich habe mehrmals lachen müssen.

DANKE für Deine Mühe.
Kraaaam und :kusshand:


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BeitragVerfasst: Do, 30 Dez, 2010 20:36 
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Hej Frank,

auch der 2.Teil ist klasse :YYBC: habe mich wieder köstlich amüsiert :YYAI:

LG
Anja


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