Sooooo... meine Damen in der Firmenzentrale haben mir einen subtilen Hinweis gegeben. "You have to be without Personnummer if the circumstances do not change." Also muss ich die "Circumstances" ändern...
Ich war heute kurz vor 18 Uhr wieder im Skatteverket. Eine freundliche Schwedin erklärte mir, dass ich als "nicht nach Schweden umgezogen" angesehen werde, wenn ich ohne Familie hier lebe und diese mehr als 50 Tage im Jahr in D aufsuche. Ich hatte im entsprechenden Formular wider besseren Wissens einfach "5 Tage pro Monat" als Schätzung auf die Zukunft angegeben. Das sind dann 60 Tage... dumm gelaufen.
Ich wies sie darauf hin, dass ich ja lediglich eine grobe Schätzung auf die Zukunft abgegeben habe und ich ja heute noch keine Ahnung habe, wieviel Heimatzeit mir meine Arbeit und meine Finanzen erlauben werden. Auch sei es ja durchaus möglich, dass es mir hier so gut gefiele, dass ich einen permanenten Vertrag anstrebe und mit Familie bleiben möchte. Meine Frage "Wenn ich zufällig 4 Tage pro Monat schätzen würde, liefe das ganze wohl durch?" beantwortete sie mit "I can't advise you how to fool the system." Das war subtil deutlich genug...
Nun erklärte ich ihr, dass es mir prinzipiell herzlich egal sei, wo man meinen Wohnsitz vermutet. Allein diese Personnummer würde es mir doch angetan haben, weil ohne doch so vieles nicht funktioniert - ihre Augen strahlten Verständnis aus. Jetzt bot sie mir an, eine temporäre PN zu beantragen. Beim Ausfüllen des Formulars stoppte sie dann jedoch jäh, als ich angab, einen 18-Monats-Arbeitsvertrag mit Verlängerungsoption zu haben. Bei mehr als 6 Monaten Anwesenheit ginge das nicht...
Sie verschwand zu "internen Konsultationen" und kam wieder mit dem Hinweis, den ganzen Antrag auf eine permanente PN nochmals zu starten und diesmal doch die 50-Tage-Regel zu bedenken. Während ich die zwei Formulare dann erneut ausfüllte - eines mich betreffend und eines meine Familie und die geplanten Heimreisen (ich habe diesmal 3 Tage pro Monat geschätzt) - wurde parallel ein drittes schwedisches Formular von ihr ausgefüllt, dessen Inhalt ich nicht kenne und ich nicht unterschreiben musste. Zusammen mit den Kopien meiner Ablehnung des ersten Antrages wurde das ganze dann erneut in die Büromühle eingekippt.
Was kann nun passieren:
- Die Bürokraten sind konsequent bürokratisch und glauben mir nichts mehr, weil ich offensichtlich keine Ahnung habe, wie mein Privatleben in den kommenden Monaten verlaufen wird. Sie lehnen erneut ab.
- Die Bürokraten sind dankbar, dass ich ihnen aus ihrem eigenen Käfig heraushelfe, indem ich mich an den Wahnsinn anpasse und meine Angaben daran ausrichte. Sie genehmigen den Antrag.
- Die schwedische Polizei verfolgt mich auf Schritt und Tritt, um herauszufinden, wie oft ich meine Familie aufsuche, zählt die Tage. Am Ende werde ich verhaftet, weil ich zu oft in D war...
Ich fürchte, jetzt muss ich wieder ein paar Wochen warten, bevor ich erfahre, was die BlackBox ausspuckt.
Irgendwie gefällt es mir besser, dass wir in D zur Identifikation von Personen Namen, Adressen und Geburtsdaten verwenden - das hat man ohne die Gnade einer Behörde... Aber unsere Finanzämter haben ja inzwischen auch den Reiz einer lebenslangen Steuernummer erkannt und sowas verteilt. Man ist also auf einem "guten Weg".