Disclaimer/Vorwort:
Der Grundartikel enstand Anfang 2010. Tlw befinden sich in ihm noch Daten/Aussagen die auf dem damaligen Stand der Dinge basieren.
Mobiles Internet wird ja nicht zuletzt durch die Verbreitung von Smartphones etc. immer mehr ein Thema, sondern ist im Ferienhaus oder auf der Rundreise auch eine feine Sache um sich über das Wetter zu informieren, den Daheimgebliebenen mal ein Bild zu schicken oder oder oder…
Das schwedische Mobilfunknetz ist GSM-seitig sehr gut ausgebaut, aber auch beim mobilen Breitband ist die Netzabdeckung sehr gut. In den meisten Gebieten ist eine Versorgung mit „UMTS“ (mehr dazu später) gegeben, in der letzten Wildnis erreicht man aber auch idR EDGE.
Alles was man braucht ist vereinfacht ein Modem und eine SIM-Karte…vereinfacht…
En Detail:UMTS, HSDPA, EDGE, GSM…???Das GSM-Netz ist das „normale“ Mobilfunknetz über das auch die Sprachdienste und SMS laufen, da die Bandbreite des GSM Netzes sehr gering ist (langsamer als ein analog-Modem) wurde vor mittlerweile längerer Zeit der UMTS-Standard verabschiedet. Dieser nutzt andere Frequenzen als GSM und dient vornehmlich der Datenübertragung. Bei UMTS gibt es mittlerweile eine richtige Menge an versch. Substandards… 3G, 3G Turbo, HSDPA. HSUPA, 4G…
Letztlich kann man sagen, dass es mit 3G das Basis UMTS gibt, welches auf ~ 380 kBit/s Datenrate kommt, und 3G Turbo/+ (HSDPA) mit 3,2 Mbit/s bzw. 7,2 Mbit/s Downloadrate und bis zu 1,45 Mbit/s Upload (HSUPA). 4G ist momentan in der Testphase (Stockholm und Oslo) und wird daher nicht weiter ausgeführt. Die Geschwindigkeitsangaben kann man mit DSL Angaben vergleichen. DSL 6000 entspricht z.B. 6 Mbit/s. D.h. UMTS-3G entspricht etwa einem DSL-light Anschluss, was auf vielen Seiten zu Wartezeiten führt.
Sollte es kein UMTS-Netz geben bieten die meisten Anbieter einen Fallback auf EDGE an. EDGE wird über das GSM-Netz realisiert und erreicht maximale Transferraten von 220 kBit/s…die aber nur bei massivem Rückenwind.
Wichtig zu wissen ist noch, dass beim mobilen Breitband die Latenz (=die Zeit zwischen der Anfrage des Rechners und der Antwort des Webservers (z.B. beim ersten Aufrufen einer Homepage)) extrem höher liegt als bei DSL. Für VOIP per mobilen Breitband kann das tödlich sein.
Klingt ja alles supertoll…aber wie schnell komme ich nun wo ins Internet?Wo und wie schnell man surfen kann, verraten die Netzabdeckungskarten der Anbieter. IdR sind diese genau, aber gerade am Versorgungsrand kann eine Nachfrage oder ein Test vor Ort oftmals die letzte Klarheit verschaffen. Zudem muss man auch störende Effekte wie Wolken/Nebel, Nutzung im Auto etc. mit einberechnen…aber wie gesagt, das was die Abdeckungskarten so anzeigen stimmt idR auch in der Realität.
Die Abdeckung der wichtigsten Anbieter findet man unter:
tele2/comviqteliatre (unten rechts)Anmerkung (danke für den Hinweis an findus): telia und tele2/comviq nutzen tlw. eine gemeinsame Infrastruktur. Beide Anbieter betreiben in "Ballungsgebieten" jeweils eigene Sendeanlagen (erkennbar an 2 getrennt empfangbaren Netzen), jedoch in Randgebieten (z.B. Nordvärmland) kann man sich per Roaming in das "Partner-Netz" einwählen.
Ok, ich kann an meinem Urlaubsort UMTS empfangen und was brauche ich nun dazu…???Zuerst mal die
Hardware, z.B. einen UMTS Stick oder ein UMTS taugliches Handy. Ich werde hier erst mal nur auf UMTS Sticks eingehen.
Bei den Sticks oder auch Karten (PCMCIA (Obs! Meistens nur bis 3G!), Xpresscard) muss man heute eigtl. nicht mehr auf viel achten. Der Hauptunterschied ist vor allem die Downloadrate, es gibt Sticks die maximal 3,2 Mbit/s schaffen, bessere dann die vollen 7.2 Mbit/s. Für normales surfen und auch um mal ein Video online zu schauen genügt 3,2MBit Hardware idR vollkommen.
Die Sticks kann man meistens in Paketen zusammen mit einer SIM-Karte für 100-500 SEK kaufen. Jedoch haben die meisten Sticks aus solchen Paketen Netlocks tlw. Simlocks, d.h. man kann sie nur im Netz des Anbieters oder ggf. sogar nur mit der einen SIM-Karte nutzen.
Der Vorteil der kompletten Pakete liegt darin, dass diese auch 100% zusammen funktionieren und idR ohne jedwede Registrierung / Anmeldung gekauft werden können.
Obs! die in diesen Paketen enthaltenen SIM-Karten sind idR nicht für's "normale" Telefonieren oder SMSen nutzbar!
Alternativ kann man sich auch einen lockfreien Stick aus Deutschland mitnehmen, z.B. die beliebten Sticks aus den Vodafone Websessions-Paketen, und diesen dann mit einer alternativen Einwahlsoftware nutzen.
Apple-User sollten beim Paket-Kauf besonders aufpassen. In einem Test der Computerzeitschrift c’t wurden UMTS-Sticks inkl. Der Einwahlsoftware getestet. Die Dashboards (=Einwahlsoftware) für OS X waren tlw. unterirdisch schlecht programmiert und liefen oft nicht mit OS X 10.6. Beim Kauf für die Nutzung an einem Apple empfehle ich den Kauf vor Ort mit der Möglichkeit der Rückgabe, falls es nicht mit OS X läuft. Gerade das neu erschiene OS X 10.7 dürfte hier oft noch prblematisch sein.
Des Weiteren ist zu beachten, dass für die sinvolle Nutzung der Sticks ein USB 2.0 Steckplatz vorhanden sein sollte.
Bei den
SIM-Karten eignen sich am besten die sog. Kontantkorts also die Prepaidkarten für den Zugang. Hier haben die drei wichtigsten Anbieter (telia, tele2/comviq, tre) alle verschiedene Angebote.
In der neueren Zeit haben sich hier Änderungen ergeben:
Kauft man eine Karte, die eigtl. für Telefonie gedacht ist (und das sind eigtl. alle reinen kaufbaren SIM-Karten mittlerweile) dann gibt es für diese Karten spezielle Datenpakete. Bei comviq ist veckosurf z.B. mit einer Amigos-Karte nicht nutzbar, sondern man muss dann Volumenpakete buchen.
Komplizierter wird es bei telia: Die Zeitpakete sind hier mit einer Telefon-Kontantkort nur nach Registrierung nutzbar!
Für die Registrierung muss man eine Personnummer angeben. Vorischt bei der Nutzung der PN von Bekannten/Freunden. Direkt nach der Registrierung findet man die Mobilnummer bei hitta.se oder eniro.se bei der Person deren PN man genutzt hat! Man kann die Anzeige zwar wieder löschen lassen, aber dennoch will das sicher nicht jeder.
Kaufen kann man die SIM-Karten aber auch die Sets aus Karten und Sticks in den Mobilfunkläden, in eigtl. allen Einkausfmärkten (> Lanthandel) aber auch bei Läden mit Elektroniksortiment (expert…) aber auch an Tankstellen.
Hier gibt es immer wieder Berichte, dass die Verkäufer eine Personnennummer haben wollten. Falls euch das beim Kauf passiert, bittet den Verkäufer euch die Karte auch ohne PN zu verkaufen oder weicht auf ein Startpaket mit Stick aus. IdR haben die VK die Möglichkeit die Karten auch auf „sinnlos“-Nummern an zu melden. Ich habe zumindest bei meinen aktuellen telia-Karten keine PN benötigt.
Aufladen kann man die Karten am einfachsten mit Refill-Karten. Diese kann man eigtl. an allen Tankstellen, Lebensmittelgeschäften und auch Kiosken etc. kaufen.
Beim Aufladen gibt es tlw. sogar noch nette Goodies.
Fazit: Die Nutzung des mobilen Internets in Schweden ist kein Hexenwerk und auch preislich gut bezahlbar mittlerweile. Ich selbst nutze ausschließlich eine Kontantkort von telia, da ich bei telia immer sehr gute Datenraten erreicht habe und zudem auch den meisten Traffic für mein Geld bekomme.
Da tele2/comviq nun (April 2010) beim Traffic nachgelegt hat und idR preisgünstiger als telia - bei gleicher Netzabdeckung - ist, würde ich bei einem Neukauf momentan zu comviq raten.
Letztlich sollte man aber evtl. auch nicht auf jede Krone schauen und gerade nördlich von Vänern und Vättern am besten zu dem Angebot (telia oder comviq) greifen, welches man vor Ort (im Laden) bekommen kann.
€dit 08.04.2010: Inhalt
€dit 10/2011: Inhalt