Jau, das sind ja mal von Emaster und Saxemara interessante Zusammenstellungen heimischer Redensarten! Typischerweise handelt es sich um eine Mischung aus überwiegend westfälisch Platt und eingewanderten Ruhrpottausdrücken. Mir fällt dazu noch folgendes ein:
"Bölken" ist sprachlich verwandt mit dem "Bölkstoff". Mit diesem Ausdruck wird ein Pils aus Schleswig-Holstein beworben. Gemeint ist, man kann nach dem Genuss von der Kohlensäure gut rülpsen.
Tür heißt in anderen westfälischen Gegenden z.B. auch "Dür". Das ist ja schon fast schwedisch.
Zu "rammdösig" und "rantern": Krach machen heißt bei uns "ramentern".
"groggi" ist neudeutsch, es kommt aus dem Englischen: "groggy".
Mit "Kerr" ist einfach der "Kerl" gemeint.
Der Mensch an der Ruhr sagt "gezz", woanders sagt man "jezz". Jedenfalls ohne t am Ende.
Pantoffeln und Breitreifen heißen bei uns "Schlappen", nicht "Schluppen".
Und nun mach mal keine "Spirenzchen"! Von wejen "Spirenzgen"! Das "g" scheint im Pott sehr beliebt zu sein. Es ersetzt gleich mehrere andere Buchstaben, was die Sprache doch enorm vereinfacht. Es steht für "j" und "ch".
Bei "lunterig" fällt mir als verwandt auch "lurig" ein, wenn jemand ein bisschen niedergeschlagen und unlustig ist.
Einen "Tuck" (oder "Tucken") = einen "Tick", ein winziges bisschen. Er war einen Tucken (Tick) besser. Manche sagen auch "einen Tacken".
Die "Walachei" gibt es wirklich. Es handelt sich um eine wohl etwas einsame Gegend in Polen. Ich vermute, dass der Ausdruck mit den vielen polnischen Bergarbeitern (gegen Ende des 19. Jahrhunderts) ins Ruhrgebiet gekommen war und sich von dort über ganz Deutschland verbreitet hat. Interessant:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrpolen