Wir haben im Jahre 1990 unser Haus gekauft. Dieses war ja damals noch sehr ungewöhnlich und von Leuten, die bereits ein Haus in Schweden gekauft hatten, bekam wir keinerlei Hilfe. Damals habe ich zunächst folgendes versucht:
An ungefähr 15 Banken und Makler in Småland schickte ich Anfragen zum Kauf eines Hauses ( auf schwedisch ). Ich bekam lediglich eine Antwort. Alle anderen reagierten überhaupt nicht. Wir hatten damals keinerlei Ahnung, wie solch ein Kauf wohl vor sich gehen sollte. Wir hatten gehört, dass in den bevorzugten Urlaubsgebieten in Schweden keine Häuser an Ausländer verkauft würden. Dieses bestätigte sich später auch! Ich suchte dann einen deutschen Makler auf. Dort erfuhr ich, dass sich ein Makler in der Nähe von Rendsburg auf schwedische Immobilien spezialisiert hätte. Diesen Makler kontaktierten wir.
Im Frühjahr 1990 trafen wir uns mit dem Makler in Schweden. Er war mit uns einen Tag unterwegs, um Objekte anzusehen. Zu einigen Häusern hatte er Schlüssel, bei anderen war ein schwedischer Makler anwesend. Eins der Häuser kauften wir dann. Der deutsche Makler hatte nun eine eigene Übersetzung des Kaufvertrages. Diesen erklärte er uns.
Zum Kauf war damals noch einiges notwendig: Aus Deutschland benötigten wir ein polizeiliches Führungszeugnis! ( Wäre vielleicht heute manchmal auch nicht schlecht!

) Ein Staatsbürgerschaftsnachweis von der Kommune und der Nachweis über unseren festen Wohnsitz in Deutschland war erforderlich. Außerdem mussten wir ausführlich begründen, weshalb wir ein Haus in Schweden kaufen wollten. Diese Begründung war für uns am schwierigsten. Da war dann die Hilfe des deutschen Maklers gefragt - er hatte so etwas bereits entworfen, wir brauchten es nur auf unsere Verhältnisse abändern. Der vorläufige Kaufvertrag wurde dann abgeschlossen, mit dem Vorbehalt, dass das Län dem Kauf zustimmen würde. Auf diese Genehmigung warteten wir etwa zwei Monate. Danach wurde bei der Bank der endgültige Kauvertrag geschlossen und wir mussten die Gesamtsumme zahlen. Vorher hatten wir eine Summe von 10 % angezahlt. Bei diesem endgültigen Vertrag war der deutsche Makler schon gar nicht anwesend. Von der Bank war jemand da, der einwandfrei deutsch sprach.
Wir können im Nachhinein sagen, dass der deutsche Makler nur bei der Begründung des Kaufes hilfreich war. Alles andere hätten wir auch selbst machen können. Wir standen dem damals aber eigentlich hilflos gegenüber.
Dieser deutsche Makler war damals, so glaube ich, der einzige, der schwedische Immobilien anpries!
Heute ist ja der Kauf in Schweden sehr viel einfacher. Auf einen "Zwischenmakler" kann man heute wirklich gut verzichten. Die Tätigkeit des "Zwischenmaklers" besteht oft nur darin, dass er bei den großen schwedischen Maklerbüros Objekte, die für deutsche Käufer interessant sein könnten, heraussucht, sie in seiner eigenen Werbung unterbringt und damit versucht deutsche Käufer zu erreichen. Mit diesen potentiellen Käufern fährt er die Objekte an. Bei der Besichtigung ist dann oft auch er schwedische Makler dabei. Der Kaufvertrag wird durch den schwedischen Makler gefertigt.
Der Verkäufer des Hauses bezahlt an den schwedischen Makler eine Gebühr i. H. von sechs Prozent des Verkaufspreises. Der deutsche Käufer zahlt oft an "seinen" deutschen Makler noch einmal die gleiche Summe.
Nicht umsonst hat sich die Anzahl der deutschen "Zwischenmakler" in Schweden in den letzten Jahren verzigfacht. Oft kommen die neuen "Zwischenmakler" aus Berufen, die überhaupt nichts mit Verkauf von Immobilien zu tun haben.
Wir haben damals sehr viel für den deutschen Makler bezahlt. Mehr als der schwedische Verkäufer! Es tut uns aber heute nicht leid, da wir sonst nie bis in diese Gegend gekommen wären. Als äußerste Entfernung hatten wir uns die Gegend um Växjö gedacht.
Aus unseren Erfahrungen können wir nur dazu raten - kauft lieber ganz einfach bei einem schwedischen Makler. Es findet sich durch diesen Makler ganz sicher eine Möglichkeit auch sprachliche Probleme zu meistern!