Hej, Hej,
Dieses hatte Ingo im Thema "Steuer für 2008" geschrieben:
"aber gerade weil sie in Deutschland wohnen und oft auch Häuser verkaufen hier wo man mit fachlicher Hilfe viel Steuergelder sparen kann ,ist es wohl eine lohnende Idee."
Hier nun die passende Geschichte dazu:
Nachdem wir uns im Jahre 1990 ein Haus in Schweden gekauft hatten, kam etwa ein bis zwei Jahre später ein Berufskollege zu mir. Er führe doch gerne mit einem Motorboot, hätte auch ein schönes, da die Möglichkeiten in Deutschland dafür jedoch sehr schlecht seien, möchte er sich doch auch wohl ein Haus in Schweden kaufen. Für sein Boot wolle er jedoch ein Haus möglichst nah an einem großen See oder sogar an der Ostsee. Ich sagte ihm, dass die Preise dafür wohl etwas höher seien und, dass in bevorzugten Urlaubsgebieten keine Häuser an Ausländer verkauft würden. H. ( nennen wir ihn mal so )
sagte dann noch, der Preis spiele keine so große Rolle. Ich hatte vorher schon gehört, dass er wohl gut geerbt hatte. Einige Mietshäuser im Ruhrpott.
Ich sah mich danach auch wohl etwas in Schweden um. Konnte jedoch nichts Passendes für H. finden. Irgendwann, es war 1994/95, kam ein Bekannter in Schweden zu mir, ob ich nicht jemanden in Deutschland wisse, der ein Haus an der Ostsee kaufen wolle. Der Bekannte hatte eine Firma für Hausrenovierung. Er hatte bei dem Besitzer dieses Ferienhauses in dessen Wohnhaus umfangreich renoviert. Daraus hatte nun noch ca. 200 000 SEK zu bekommen. Dieses konnte er zunächst nicht bekommen. Der Eigentümer brauchte selbst Geld. Dazu sollte das Ferienhaus verkauft werden. Ich bekam Bilder des Hauses. Das Haus war sehr gut. Es lag in einem großen Ferienhausgebiet bei Valdemarsvik ca. 200 m von der Ostsee.
H. sprang sofort an. Kurze Zeit später fuhr ich mit ihm an einem verlängerten Wochende nach Waldemarsvik. H. kaufte das Haus .
Mit etwas Problemen und drei schwedischen Bürgen ( bevorzugtes Gebiet ) erteilte das Kalmar Län dann die Kaufgenehmigung. ( und der Bekannte von uns erhielt sein Geld ) H. fuhr dann auch sehr oft nach Valdemarsvik und mit seinem Motorboot durch die Schären. Nebenbei renovierte er sehr viel, oder ließ renovieren, obwohl es noch ein ziemlich neues Haus war. Das ging dann einige Jahre gut. Seine Frau war auch ganz begeistert. Die Begeisterung der Beiden ließ dann aber immer mehr nach. Schwedisch wollte sie nicht lernen. Ich sagte ihm einmal, dass im Nachbarort ein Schwedischkurs für Anfänger begänne. Mit seiner Frau nahm er vielleicht an vier bis fünf Abenden teil. Danach war das Interesse daran erloschen. Seine Meinung dazu: "Wo ich bin ist Deutschland und dort spricht man deutsch!" Ich schämte mich schon manchmal, dass ich ihn nach Schweden gebracht hatte. Das Ferienhausgebiet lag jedoch weit genug von uns entfernt und dort kannte mich auch niemand.
Es kam dann, wie es wohl zu erwarten war. H. wollte wieder verkaufen. Das war ca. 2002/2003. Ich hatte keinen großen Kontakt mehr zu ihm, da wir beide zwischenzeitlich Ruheständler waren. Er zog dann auch in einen früheren Wohnort. Von seiner Frau hatte er sich getrennt. Er rief noch einige Male an, ob ich nicht einen Käufer für sein Haus wisse. Er bot es zu einem außergewöhnlich günstigen Preis an. Ich wusste was es gekostet hatte und auch ungefähr wieviel er danach investiert hatte. Irgendwann rief er dann an, dass er sein Haus jetzt über einen Makler in Linköping verkaufen wolle. Danach hörte ich dann vielleicht ein Jahr lang nichts mehr von H. Er rief aber dann an, ob er nicht einmal mit Papieren zu mir kommen könne, aus denen er nichts lesen könne, da sie ja schwedisch geschrieben seien. H. kam dann. Zunächst zeigte er mir die Forderung der schwed. Steuerbehörde, dass er nach dem Hausverkauf nachweisen solle wie hoch sein finanzieller Aufwand für das Haus nun wirklich gewesen sei. Dieses bereits mit einer Fristsetzung. Die Frist war natürlich lange verstrichen. Dann kam noch ein zweites, dringenderes Schreiben mit einer neuen Fristsetzung und der Androhung, dass bei dem Verstreichen auch dieser Frist die Steuerbehörde selbst nach dem Verkaufspreis des Hauses entscheiden würde. Auch diese zweite Frist hatte H. natürlich verstreichen lassen. Jetzt kam dann der endgültige Steuerbescheid mit der Forderung von 41 000 SEK. Die Einspruchsfrist für diesen Bescheid war natürlich auch lange überschritten. Weshalb er diese Schreiben nicht an seinen schwedischen Makler gesandt habe konnte er mir so konkret nicht beantworten. Nur, dass die ganze Sache für ihn doch erledigt gewesen sei.
Ich sagte H. dann, dass er wohl die 41 000 SEK bezahlen müsse. Da ich aber wusste, dass er und seine Frau zu gleichen Teilen Eigentümer des Hauses waren, musste ich ihm dann auch noch sagen, dass seine Frau vermutlich den gleichen, nicht mehr anfechtbaren, Steuerbescheid bekommen habe.
Seitdem habe ich nichts mehr von H. gehört.
Die Moral von der Geschichte:
" Immer schön schwedisch lernen!" 