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BeitragVerfasst: So, 20 Nov, 2005 21:37 
GÖTEBORG

Wo Wichtel Schlittschuh laufen

Die Adventsnächte im Norden sind zwar lang, doch die Schweden versüßen und erhellen sie sich mit ihren Weihnachtstraditionen: ein wärmender Glühwein, klebrige Zuckerstangen, farbige Stadtbeleuchtung und eine schnelle Runde auf der Schlittschuhbahn.

Göteborg - Im Märchen würde sich der Tisch biegen unter den Köstlichkeiten: Auf Tellern und Tabletts stapeln sich handtellergroße Schokoladenstücke mit ganzen Hasel- oder Cashewnüssen, rot-weiß geringelte Zuckerstangen und Pyramiden aus gezuckerten Geleestücken in Giftgrün und Zitronengelb. Vor dem fast vier Meter langen Tisch drängen sich vorweihnachtlich gestimmte Kunden: Mit von der Kälte roten Nasen strömen sie in den kleinen Laden der "Göteborg Chokolad och Karamell Fabrik". Denn zum Advent gehören in der zweitgrößten Stadt Schwedens neben Glögg, Glühwein, der mit Mandeln und Rosinen getrunken wird, und dem aus Stroh geflochtenen Julbock unbedingt auch Süßigkeiten.

Das Geschäft der Göteborger Schokoladen- und Karamell-Fabrik liegt im Hof des Kronhuset, des ältesten öffentlichen Gebäudes der Stadt. Von 1643 bis 1653 wurde das hohe, schlichte Backsteingebäude errichtet. Die dunkelroten Mauern mit den lang gezogenen Fenstern erinnern an ein Kirchenschiff. Im Innenraum des Kronhuset brummt es: Hinter langen Tischreihen stehen ältere Damen in Trachten und junge Menschen in der Uniform ihres Schulorchesters.


Vereine, Clubs und Schulen veranstalten in der Adventszeit diesen Wohltätigkeitsmarkt im Kronhuset. Sie verkaufen alles, was der Schwede zu Weihnachten braucht, für einen guten Zweck: Handschuhe, Holzfiguren, Kunsthandwerk aus Ton und Glas wechseln den Besitzer. Der Julbock - ein klassisches Mitbringsel auch für das mitteleuropäische Weihnachtszimmer - wird direkt hier für den Besucher angefertigt. Das Stroh wird so lange gefaltet, gebunden und gekürzt, bis es die Form des Schafbocks bekommt.

Der Julbock ist das älteste schwedische Weihnachtssymbol und begegnet dem Göteborg-Besucher nicht nur im Kronhuset: Geformt aus Tannenzweigen steht der Bock auch vor fast jedem Geschäft. Sogar mannshohe Exemplare lassen sich in der Stadt entdecken.

Heimisch ist der Julbock auch auf den Pflastersteinen des alten Arbeiterviertels Haga. Hier drängen sich niedrige Häuser aneinander, einige neigen sich auch bedenklich weit nach vorn über die engen Gassen. "Typisch für alte Stadthäuser in Göteborg ist das Baumaterial der Stockwerke", erklärt die Stadtführerin Ingrid Johansson. Bei den ältesten, rund 100 Jahre alten Häusern wurde das Erdgeschoss aus Stein gebaut. "Weil das Baumaterial knapp wurde, bestehen die darüber liegenden Etagen aber aus Holz."

Ein stimmgewaltiges Halleluja

In den kleinen Häusern befinden sich heute vor allem Trödelläden und Kunsthandwerker. Auch im Winter stehen vor den Geschäften kleine Tische mit Angeboten von der Sammeltasse mit den schwedischen Königen als Motiv bis hin zur Weihnachtstischdecke. Schmuckdesigner und Einrichter bieten modernes, skandinavisches Design für Hände und Ohren oder die Wohnung an. Wer alle Weihnachtsgeschenke gekauft hat, kann sich in einem der kleinen Cafés einen Tee zum Aufwärmen gönnen.

Fündig werden in Haga auch Eltern oder Paten: Vor den zahlreichen Spielzeugläden drücken sich Kinder die Nasen platt und geben genaue Anweisungen für den Weihnachtsmann. Vor allem bei einem Geschäft in der Östergatan ist das aussichtsreich: Aus den geöffneten Fenstern im Obergeschoss erklingt ein so stimmgewaltiges Halleluja, dass die Schritte der Bummler stocken. Nur herzlose Eltern klären den Nachwuchs auf, dass hier ein Chor probt. Die anderen nehmen mit ernster Miene die Wünsche der andächtig blickenden Kinder entgegen.

Weniger romantisch geht es an der Kungsportsavenyn, kurz Aveny, der Haupteinkaufsmeile Göteborgs, zu. Die breite Prachtstraße führt hinauf bis zum Götaplatz mit Stadtbibliothek, Theater, Museen und Konzerthaus. Geschmückt ist die Straße im Advent mit viel Licht, dessen Farbe jedes Jahr ein andere ist. Im vergangenen Jahr erstrahlte die Aveny in Blau. Welche Farbe für 2005 ausgewählt wurde, gibt die Stadt am 10. Dezember bekannt. "Mit Spannung erwarten die Göteborger jedes Jahr die Entscheidung", sagt Stadtführerin Ingrid Johansson.

Seit einigen Jahren wird der Weihnachtsschmuck in Göteborg stärker aufeinander abgestimmt. "Die Schweden sind verrückt nach Weihnachten, wir wollen die Märkte, Aktionen und Dekorationen besser miteinander verbinden", erklärt Lena Larsson von der Tourismuszentrale der Stadt.

Ein zentraler Ort im adventlichen Göteborg ist der nach dem Stadtgründer benannte Gustav-Adolfs-Platz. Hier steht traditionell der größte Weihnachtsbaum der Stadt. Umrahmt wird er von einem Weihnachtsmarkt, auf dem es Süßigkeiten, Pfefferkuchen und Glögg gibt.

Wehe, wenn der Tomte schlechte Laune hat

Zu einem echten Weihnachtswochenende in Göteborg gehört auch ein Besuch des Vergnügungsparks Liseberg. Der Park ist im Winter kein aufregender Entertainment-Betrieb, denn die meisten Karussells stehen still. Stattdessen besuchen viele Göteborger das Gelände wegen des größten Weihnachtsmarktes der Stadt. Auch hier gibt es in kleinen Holzhütten Schals, Rentiermützen und vor allem "Tomte": Der Gnom erinnert mit seinem langen, weißen Bart und der Zipfelmütze an den mitteleuropäischen Weihnachtsmann. Dabei ist er eigentlich ein Gnom, der den Bauernhof bewacht. Geschenke bringt er zwar nicht, aber gut sollte man sich trotzdem mit ihm stellen: Ein schlecht gelaunter Tomte im Haus bringt dem schwedischen Aberglauben zufolge Unheil.

Vor allem nach Feierabend wird es in Liseberg voll. Auf einen Glögg oder eine Runde auf der Eisbahn zieht es viele Göteborger in den Park. Ein paar nette Worte oder ein freundliches Lächeln kann man mit ihnen an einer höchst praktischen Einrichtung austauschen: Alle paar Meter stehen große Grills am Wegesrand, in denen Kohlen glühen. Drumrum stehen mit ausgestreckten Händen vorweihnachtlich gestimmte Einheimische und Urlauber und freuen sich an den vielen Lichtern, der dezenten Weihnachtsmusik und dem Duft von Glögg und Pfefferkuchen.

Quelle:
http://www.spiegel.de/reise/metropolen/ ... 62,00.html

gruss aus HH
/ Jan


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: So, 20 Nov, 2005 22:32 
hej JAN;

Zu einem echten Weihnachtswochenende in Göteborg gehört auch ein Besuch des Vergnügungsparks Liseberg. Der Park ist im Winter kein aufregender Entertainment-Betrieb, denn die meisten Karussells stehen still. Stattdessen besuchen viele Göteborger das Gelände wegen des größten Weihnachtsmarktes der Stadt. Auch hier gibt es in kleinen Holzhütten Schals, Rentiermützen und vor allem "Tomte": Der Gnom erinnert mit seinem langen, weißen Bart und der Zipfelmütze an den mitteleuropäischen Weihnachtsmann. Dabei ist er eigentlich ein Gnom, der den Bauernhof bewacht. Geschenke bringt er zwar nicht, aber gut sollte man sich trotzdem mit ihm stellen: Ein schlecht gelaunter Tomte im Haus bringt dem schwedischen Aberglauben zufolge Unheil.

Vor allem nach Feierabend wird es in Liseberg voll. Auf einen Glögg oder eine Runde auf der Eisbahn zieht es viele Göteborger in den Park. Ein paar nette Worte oder ein freundliches Lächeln kann man mit ihnen an einer höchst praktischen Einrichtung austauschen: Alle paar Meter stehen große Grills am Wegesrand, in denen Kohlen glühen. Drumrum stehen mit ausgestreckten Händen vorweihnachtlich gestimmte Einheimische und Urlauber und freuen sich an den vielen Lichtern, der dezenten Weihnachtsmusik und dem Duft von Glögg und Pfefferkuchen.


:yycc:
und ich bin vom 1. bis zum 4. dabei......freu, freu, freu....

danke für den tollen Bericht...

Gruß
Bianka


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