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"Schutzlos in Schweden" von Enar Runsteen

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BeitragVerfasst: Fr, 07 Okt, 2011 18:21 
Jetzt habe ich irgendwo (Quelle weiß ich nicht mehr, habe es kopiert) einen hochinteressanten und zum Thema passenden Diskussionsbeitrag zum Thema "Zinssystem" gefunden, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Zitat:
Was heißt Kapitalismus?

Diese Frage möchte ich zum Anlass nehmen, unser derzeit krankes System zu erklären und auch mögliche Lösungen aufzeigen.

Warum muss die Wirtschaft ständig wachsen?
Warum lohnen sich längerfristige Anlagen, z.B. energetisches Sanieren, meist nicht?
Warum ver/hungern Menschen, obwohl wir weltweit genug Nahrung für alle produzieren?
Warum besitzen die weltweit 400 reichsten Menschen 90% und die restlichen 6.929.999.600 Milliarden andern Menschen nur 10% des Weltgesamtvermögens?
Warum werden die Reichen immer reicher und die Armen immer zahlreicher?
Warum steigen die Staatsschulden weltweit immer weiter an?
Warum gibt es immer wieder Börsen-, Immobilien-, Finanz-, Banken -und Staatskrisen?
Warum bezahlt man für sein Eigenheim bis zum Vierfachen vom ursprünglichen Wert ab?
Warum gibt es immer wieder Kriege, wer profitiert davon?

Es suchen viele Arbeit und finden keine. Dabei gibt es sehr viel Arbeit, die zu erledigen ist!
Warum fehlt das Geld, um sie zu bezahlen? All das liegt am jetzigen Zinsesszinssystem, das ein exponentielles Wachstum erzwingt und die Umverteilung der Vermögen von unten nach oben verursacht! Da aber exponentielles Wachstum auf Dauer nicht möglich ist, führt der Versuch, dieses trotzdem zu erreichen, immer wieder zu Krisen in ihren unterschiedlichen Formen. Denn wenn ein “Markt“ zusammengebrochen ist, suchen die Investitionen wieder einen neuen zum Spekulieren.

“Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum könne in einer endlichen
Welt ewig fortschreiten, ist entweder ein Irrer oder ein Ökonom.“
(Kenneth Ewart Boulding, britisch-amerikanischer Ökonom 1966)

Früher waren Währungen goldgedeckt. Kriege kann man gar nicht anders finanzieren als mit Papiergeld, denn das Gold würde zu rasch ausgehen. Deshalb wurde die Goldbindung aufgehoben und es kann nach Belieben Geld gedruckt werden, was mit Gold nicht möglich ist.
Unser jetziges Geld ist schuldengedeckt. Das heißt es muss zwangsläufig immer Schulden/Schuldner geben! Verschuldet muss immer jemand sein, sei es der Staat, die Firmen oder der Privatmensch! Wenn z.B. der Staat keine Schulden mehr macht, muss sie ein anderer machen, der Privatmensch oder die Firmen. Das heißt im Umkehrschluss, wenn keiner Schulden machen würde, gäbe es auch kein Geld! Denn die Schulden des einen sind der Gewinn des anderen! Mit dem System ist Reichtum ohne Armut systembedingt nicht möglich.

“Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“ (Henry Ford)

Beispiel Krieg: Anfangs verdienen Firmenbesitzer/Investoren Geld mit der Finanzierung und Herstellung vom Kriegsmaterial. Nach dem Krieg verdient man wieder mit der Finanzierung und den Wiederaufbau des Zerstörten. Das Leid und Elend dient nur der Gewinnmaximierung. Nutznießer sind immer dieselben Firmenbesitzer/Investoren! Die Banken und die oberen 10%, die “Elite“, gewinnen immer! So lassen sich auch leicht die Vermögen der Familien Quandt, Klatten, August von Finck, Piech u.a. erklären.

“Krieg ist der Terror der Reichen – Terror ist der Krieg der Armen.“ (Harry Zingel)

Frau Klatten’s täglicher Zinsgewinn beträgt 1.250.000€! Ca. 40 Jahre muss ein Normalverdiener sich abplagen, um mit einem Drittel seines Einkommens das Einkommen der Frau Quandt für nur einen Tag zu erzielen. (Quelle: “DIE ZEIT“ vom 3.5.2007 und Taschenrechner)
“In der großen Geldwelt ist der Taler des faulsten Reichen gewinnbringender
als der des Armen und Arbeitsamen.“ (Friedrich Nietzsche 1880)
Jeder ausgegebene Euro enthält ca. 40% Zinsen, das bedeutet für Deutschland, dass pro Tag ca. 900 Millionen € von “Arm“ zu “Reich“ wandern. Ca. 90% der Deutschen gehören zu den Verlierern dieses Umverteilungssystems! Ab einem Vermögen von ca. 500.000 € kann man sich zu den Gewinnern zählen (Anm. Torsten1: Na ja, das ist knapp!). Die Arbeit leistenden arbeiten für diejenigen mit, die nur ihr Geld "arbeiten" lassen.

Arbeitslose nehmen in der heutigen Wirtschaftsordnung eine wichtige Rolle ein. Denn hohe Arbeitslosigkeit sorgt dafür, dass alle, die Arbeit haben, nicht mehr höheren Lohn oder bessere Arbeitsbedingungen fordern können. Wer es tut, riskiert den Job und muss um seinen Besitz und seine wirtschaftliche Existenz bangen. Eine Arbeitslosigkeit von 6% erscheint aus der Sicht des Kapitals grundsätzlich wünschenswert. Die Traumnote “Ideal fürs Kapital“ wird dann bei 10% Arbeitslosigkeit erreicht. (Börsen-Zeitschrift Cash Nr2/96)

Nach jeder Krise steigt die Staatsverschuldung. Um die sogenannten “Märkte“ (die Finanzinvestoren) zu beruhigen, werden alternativlos vor allem die Banken durch Staatsgelder/Garantien gerettet. Das ist die Rettung des Vermögens weniger auf Kosten aller. Bei den meist darauffolgenden Konjunkturprogrammen werden durch die Steuern der arbeitenden Bürger deren eigene Arbeitsplätze finanziert. Es müssen die Steuern erhöht und die Ausgaben für Soziales gesenkt werden. Letztlich zahlt der “normale“ Bürger immer die Zeche – gemäß dem Prinzip: Gewinne privatisieren und Schulden sozialisieren!

“Wenn eine Gesellschaft den vielen, die arm sind, nicht helfen kann, kann sie
auch die wenigen nicht retten, die reich sind.“ (John F. Kennedy, US-Präsident)

In der dritten Welt gehen vom BIP eines Staates ca. 9% in Soziales und ca. 41% in Zinsaufwendungen (Quelle: Doku „Der Geist des Geldes“). Der "Arabische Frühling" und die Hungerkatastrophe in Afrika sind Produkte der Spekulation. Durch die Wetten auf Nahrung verteuern sich die Lebensmittel aus reiner Profitgier.

Der Staat leiht sich immer mehr Geld von den Banken, also den oberen 10%, und verschuldet sich immer höher. Die Zinsen werden aber über Steuern von allen Bürgern finanziert. Von den Banken wird der Staat immer abhängiger und trifft in deren Interesse Entscheidungen über z.B. Gesetze, Steuern, Projekte, Investitionen usw. Dadurch wird letztlich die Demokratie von innen heraus ausgehöhlt. Die Politikverdrossenheit nimmt zu, da “die da oben“ eh machen, was sie wollen.

“Das Geld soll wie die Eisenbahn sein, weiter nichts als eine staatliche Einrichtung, um den Warenaustausch zu vermitteln, wer sie benutzt, soll Fracht zahlen.“
(Silvio Gesell, deutsch-argentinischer Kaufmann und Sozialreformer, 1862-1930)

Marx hätte nicht das Eigentum, sondern nur das Geld verstaatlichen sollen! Silvio Gesells Grundgedanke ist einfach: Alles auf der Welt ist vergänglich, nur nicht Geld. Wer mehr Geld hat als benötigt, kann es daher zurückhalten. Die Lösung ist, wer Geld zurückhält, muss eine Strafgebühr zahlen. Zum Beispiel schlägt Helmut Creutz beim Bargeld anstatt eines Stempel- oder Klebegeldes (hoher Verwaltungsaufwand) die regelmäßige Einziehung von Noten vor. Wie in einer Lotterie sollten monatlich einzelne Serien oder Notengrößen mit bestimmter Wahrscheinlichkeit ausgelost werden. Diese werden ungültig und müssen gegen eine Gebühr (ca. 1% des Nennwertes) in neue umgetauscht werden. Da die nötige Geldmenge durch die höhere Umlaufgeschwindigkeit vielfach kleiner sei, hielte sich der Aufwand in Grenzen. Um dem Verlust zu entgehen, wird der Besitzer Geld zinsfrei verleihen. Der Zins pendelt sich um Null ein. Und so verringern sich die Diskrepanz zwischen Arbeit und Besitz, arm und reich und damit auch die sozialen Spannungen. Die Gebühr kommt nicht einzelnen, sondern allen zugute.

Wenn der Zins bei etwa 0% liegt, heißt das, dass man gleichzeitig ca. 40% mehr Kaufkraft besitzt, weil der Arbeitnehmer für die, die ihr Geld “arbeiten“ lassen, nicht mehr mit arbeiten muss. Oder im Umkehrschluss: mit 40% weniger Arbeit behält man seine vorige Kaufkraft. Geld wird zu einer staatlichen Dienstleistung, für die Bürger eine Nutzungsgebühr entrichten.

Die Umlaufsicherung bewirkt einen schnellen, ungestörten und krisenfreien Geldumlauf. Inflation (Aufblähung des Geldvolumens durch die Notenbank aus Angst vor Geldhortung und Deflation) wäre ebenfalls unnötig.
Gesell erkannte ferner, dass Golddeckung oder eine andere Edelmetallwährung unklug sind. Die Förderkapazitäten der Bergwerke können nicht immer mit dem Geldbedarf der Wirtschaft mithalten. Deflation wäre vorprogrammiert.
Gesell sagte auch voraus, dass der Kommunismus nie funktionieren kann, weil er die eigennützige Natur des Menschen und das Geldproblem ignoriere. Gesell wird leider als Antisemit verleumdet, was aber keiner Prüfung standhält. Die Nazis missbrauchten Gesells Argumente zur Judenhetze. „Brechung der Zinsherrschaft“ wurde gleichgesetzt mit "Brechung der Judenherrschaft" und diente als Begründung zu der geplanten Vernichtung aller jüdischen Menschen.

“Freigeld könnte der beste Regulator der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes sein, die der verwirrendste Faktor in der Stabilisierung des Preisniveaus ist. Ich bin ein bescheidener Schüler des Kaufmanns Gesell.“ (Stamp Scrimp, New York 1933, S.67 und Mail and Empire (Toronto) vom 21.11.1932)

In der Theorie wurde Freigeld noch nicht widerlegt. In der Praxis wurde es nur lokal in Wörgl (Österreich) angewandt, und zwar mit erstaunlichen Ergebnissen.

Das „Wunder von Wörgl“:
Die Gemeindefinanzen wurden außerordentlich rasch saniert. Steuern wurden nicht nur pünktlich, sondern teilweise sogar im Voraus bezahlt, um der Umlaufgebühr zu entgehen. Damit stand wieder Geld für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zur Verfügung. In kurzer Zeit konnten die Kanalisation gebaut, eine Brücke fertiggestellt und Straßen erneuert werden. So sank die Arbeitslosenzahl im Ort in kurzer Zeit, während sie in Gesamtösterreich weiter stieg. Das Freigeld hatte funktioniert! Als sich aber über 100 weitere österreichische Städte dem Experiment anschließen wollten, hatte die Nationalbank das Freigeld-Experiment verboten. Sie fürchtete, ihr Zinsgeld würde keiner mehr wollen. Ein weiterer Versuch wurde bis heute nicht unternommen.
“Man kann Silvio Gesell nicht widerlegen, man kann ihn nur ablehnen.“
(Der frühere Chef des Weltwirtschaftsinstituts in Kiel, Prof. Harms)
Natürlich hat die sog. “Elite“, haben die oberen 10% der Bevölkerung kein Interesse, ihr Vermögen und die dadurch inkludierte Macht abzugeben. Sie besitzen große Verlagshäuser und Presseagenturen wie z.B. Bertelsmann/Gruner + Jahr (Stern, FTD, Capital), Axel Springer (Bild, Die Welt, Hamburger Abendblatt) usw., sie haben damit quasi die Medienhoheit und bestimmen, was erscheinen darf und was nicht!

“Ich glaube, dass die Zukunft mehr vom Geiste Gesells als von jenem von Marx lernen wird“
(John Maynard Keynes: Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes, S.300)

Die heutige Geldordnung ist kein Naturgesetz, sondern von Menschen gestaltet. Der Kapitalismus ist dabei, in seiner jetzigen Form zu scheitern. Der “Dritte Weg“ neben Kommunismus und Kapitalismus könnte die Freiwirtschaft mit umlaufgesichertem Geld ohne Zinsen nach Silvio Gesell sein! Freigeld entlastet alle, die mit ihren Steuern und Zinsabgaben jetzt den Wohlstand einer Minderheit sichern.
Als Buch zu dieser Thematik kann „Das Märchen vom guten Zins“ von Klaus Popp nur empfohlen werden. Es lässt sich locker weg lesen.


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BeitragVerfasst: Fr, 07 Okt, 2011 20:26 
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sehr aktives Forenmitglied
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Registriert: 18.08.2008
Beiträge: 560
Klingt schön,Torsten aber stell dir vor es funktioniert nicht im Grossen.
Was fuer ein Chaos. :?
Im Uebrigen,wann haben in der Geschichte der Menschheit Mächtige ihre Macht freiwillig abgegeben ?
Wer wollte das organisieren,und wie ?

so long


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BeitragVerfasst: Sa, 08 Okt, 2011 0:37 
Wolfgang, du stellst natürlich die richtigen Fragen. Man könnte auch noch weitere stellen. Aber in den USA beginnt sich gerade etwas zu bewegen. Zuerst waren die Proteste nur in der Wallstreet. Sofort wurden 700 Leute festgenommen. Was müssen die Bosse für eine Angst haben! jetzt, nach wenigen Tagen, gärt es bereits in mehreren Städten. Ein noch zartes Pflänzchen. Ob es den amerikanischen Frühling ankündigt? Ich glaub's ja auch nicht wirklich, aber irgendwann wird es geschehen. Bestimmt!

Übrigens, deine Angst vor dem großen Chaos bei einer solch revolutionären Umstellung des Geldsystems teile ich nicht. So etwas lässt sich schon managen. Wenn man nur will! Chaos steht uns eher beim jetzigen System ins Haus. Und es sieht fast so aus, als wenn genau dies gewollt ist. Anders würde die ganze gigantische Lügerei und Verarschung ja keinen Sinn ergeben.

Sehr spannend zu diesem Themenkreis zu lesen sind auch der folgende Artikel samt Links und Diskussionsbeiträgen (trotz einiger schräger Thesen):

http://www.infokriegernews.de/wordpress ... more-12994


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